November 2019: Palästinensische Fotojournalisten evakuieren ihren Kollegen Moath Amarneh, nachdem er bei der Berichterstattung über die Ereignisse in Surif, südlich des Westjordanlandes, von einer Metallkugel ins Auge geschossen wurde, die von einem Scharfschützen der israelischen Armee abgefeuert worden war. Er verlor das Auge. (Foto: WAFA-images)

Angst vor Kameras

Angst vor Kameras: 114 Übergriffe auf palästinensche Journalisten, Bomben auf Gaza, Landraub geht weiter, Videos zeigen Besatzungswillkür, Vorenthaltene Hilfe: Palästinenscher Gefangener verstirbt

Angst vor Kameras: 114 israelische Übergriffe gegen palästinensische Journalisten wurden in der 1. Hälfte des Jahres 2020 von WAFA dokumentiert. Darunter 51 Angriffe mit scharfer Munition sowie Tränengaskanistern & 59 Verhaftungen.

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Schlaflos in Gaza: Erneut wurden letzte Nacht mehrere Gebiete des belagerten Gazas von Israel bombardiert. Es kam zu mehreren Sachschäden, getötet wurde niemand. Anlass sollen 2 Raketen auf Israel gewesen sein, die in einem leeren Feld landeten.

Besatzungsgewalt: Die israelische Armee überfiel Kafr Aqeb im Norden Jerusalems & warf Betäubungsgranaten & Tränengaskanister auf die palästinensche Bewohner.

“Wohin sollen wir gehen? Wir wollen nach Hause”, sagt ein Palästinenser zu israelischen Soldaten, die plötzlich — und weil sie es können — die Verbindung zwischen Al Shuhada Street & Tel Rumeida mitten im besetzten Hebron schlossen.

2 Palästinenser wurden von illegalen Siedlern in Bidya angegriffen & verwundet, während die israelische Armee das Feuer auf palästinensche Arbeiter in Qalqilya eröffnete, Dutzende verwundete & mit Tränengas beschoss. Besatzungstruppen griffen gestern nahe Tulkarem Hunderte palästinenscher Arbeiter mit Tränengas an.

Landraub: Der israelische Siedlungsrat kündigte den Bau von 164 neuen Siedlungseinheiten in der illegalen Siedlung Neve Daniel südlich von Bethlehem an, was weitere Zwangsenteignungen palästinenscher Familien bedeutet.
Besatzungstruppen entwurzelten heute Olivenbäume palästinenscher Bauern in Beita & Huwara nahe des besetzten Nablus für eine Straße, die illegale Siedlungen verbindet. Dabei schossen sie mit Tränengas & Betäubungsgranaten auf die Einheimischen, die ihr Land verteidigten.

Gefangene: Der palästinensche Gefangene Sa’di Gharabli (75) starb heute nach 26 Jahren in israelischen Gefängnissen. Die Gefängnisleitung verweigerte ihm medizinische Hilfe. Er litt u.a. an Prostatakrebs. Er wurde 1994 verhaftet & für 12 Jahre in Isolationshaft gesteckt. Seine Familie darf ihn seit 1999 nicht besuchen. Sie hatte internationale & lokale Menschenrechtsorganisationen aufgefordert, einzugreifen, um sein Leben zu retten. Gharabli ist kein Einzelfall, das Verweigern medizinischer Betreuung Gefangener ein drastischer Verstoß gegen geltendes Menschenrecht.

Ein israelisches Militärgericht verurteilte heute den Palästinenser Sahban Titi zu lebenslanger Haft. Bei seinem Autounfall im Jahr 2015 kam ein Siedler ums Leben. Titi stellte sich sofort selbst der Polizei. Ebenfalls angeordnet: Die Zerstörung seines Hauses & eine Geldstrafe von etwa einer halben Mio Euro. Familienmitglieder, die an der Verhandlung teilnahmen, wurden dort von Siedlern körperlich attackiert.

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