Zivilcourage endete tödlich

Am Samstag wurden 2 Palästinenser im besetzten Westjordanland & Jerusalem von den israelischen Besatzungskräften getötet.

Die israelische Besatzungspolizei hat am Samstag den Palästinenser Mohammad Khaled Al Osaibi (26) an einem Eingang zur Al Aqsa-Moschee in Jerusalem regelrecht hingerichtet.

Der Mord ereignete sich gegen Mitternacht an einem Zugang zum Gelände der Al Aqsa-Moschee im israelisch besetzten Ostjerusalem. Palästinensische Gläubige, die sich am Samstag am Eingang der Moschee aufhielten, berichten, dass die Polizei mindestens zehnmal auf den Mann schoss, nachdem er einer Frau zur Hilfe gekommen war, die von den Polizisten belästigt wurde, als sie auf dem Weg zum Gebet war. Noch Stunden nach dem Vorfall war der Steinweg, der zu dem Gelände führt, blutverschmiert.

Der Medizinstudent Mohammad Al Osaibi wurde von Besatzungskräften in Jerusalem hingerichtet, als er einer Gläubigen zu Hilfe eilte, die von israelischen Polizisten belästigt wurde.

Bei dem Getöteten Mohammad Khaled Al Osaibi handelt es sich um einen Medizinstudenten mit israelischer Staatsbürgerschaft aus Houra, einem arabischen Beduinendorf im Süden Israels. Es ist eines von vielen Dörfern, die, älter als der Staat Israel, von Israel nicht anerkannt, nicht an öffentlich an Infrastruktur angeschlossen & stattdessen immer wieder zerstört werden, um jüdische Dörfer zu errichten. Al Osaibis Familie berichtet, dass er erst vor kurzem in Rumänien sein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen habe & vor einem Monat in seinen Heimatort zurückgekehrt war. Er hat sich um seinen kranken Vater gekümmert, während er daran arbeitete, in Israel als Arzt zugelassen zu werden.

Die Polizei behauptete nach dem Vorfall, Al Osaibi habe versucht, einem Beamten eine Waffe zu entreißen. Bisher verweigert sie die Veröffentlichung der Aufnahmen der zahlreichen festinstallierten Sicherheitskameras, die um den Tatort angebracht sind. “Er ist ein höflicher, freundlicher Mann aus einer Familie von Ärzten, der aus spirituellen Gründen zur Al Aqsa-Moschee ging”, so sein Cousin Fahad Al Osaibi. “Wenn sie wollen, dass wir glauben, dass er versucht hat, die Polizei anzugreifen, dann sollen sie uns die Kameraaufzeichnungen zeigen.” Es ist eine übliche Taktik israelischer Behörden, solche Aufnahmen nicht zu veröffentlichen oder gar zu behaupten, es gäbe keine, um Fälle von Polizei- & Soldatengewalt gegen Palästinenser:innen zu decken.

U.a. ein 17-Jähriger Augenzeuge berichtete, wie Al Osaibi die Polizei zur Rede stellte, als sie eine Gläubige auf dem Weg zur Moschee belästigten. Zwischen Al Osaibi & den Polizisten sei ein Streit ausgebrochen, bevor ein Dutzend Schüsse fielen. Handyaufnahmen zeigen, wie palästinensische Verkäufer & Gläubige schrien, als die Kugeln in schneller Folge abgefeuert wurden. Sie waren alle aus nächster Nähe. Anschließend versuchte die Polizei alle Anwesenden aus dem Gebiet zu vertreiben & schlugen mit Schlagstöcken auf die Umstehenden ein. Später wurde der Zugang zur Moschee gesperrt & der Strom für die auf dem Gelände verbliebenen Gläubigen einfach abgestellt.

Palästinensische Staatsbürger:innen in Israel haben für heute zu einem Streik in Israel aufgerufen. All ihre Geschäfte bleiben heute geschlossen, um gegen die “Hinrichtung” Al Osaibis sowie die anhaltende tödliche Gewalt gegen Palästinenser:innen zu protestieren.

Stunden später erschoss ein israelischer Besatzungssoldat hat einen Palästinenser im besetzten Westjordanland. Die Palästinensischen Behörden identifizierte ihn als Mohammad Raed Baradiyah (24). Zeugen berichteten der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa, dass Baradiyah in seinem Auto in der Nähe der Stadt Beit Ummar erschossen wurde & dass Sanitätern der Zugang zu dem Verwundeten verweigert wurde.

“Baradiyah wurde hilflos blutend zurückgelassen, bis er an seinen Wunden starb”, berichtete die Agentur.

Das israelische Militär erklärte, Baradiyah sei erschossen worden, nachdem er sein Auto in eine Gruppe von Soldaten gerammt habe. Israelische Sanitäter erklärten, 3 Soldaten seien verletzt worden, zwei von ihnen schwer.

Die Zahl der in diesem Jahr durch israelische Besatzungskräfte, einschließlich Siedler, getöteten Palästinenser:innen (Zivilisten & Widerstandskämpfer) im Westjordanland inkl. Jerusalem & dem Gazastreifen ist somit auf 98 gestiegen, darunter 18 Kinder & 1 Frau.

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