Wer hat Angst vor dem Internationalen Strafgerichtshof? 

Über 100 französische Abgeordnete fordern Anerkennung Palästinas & Israelsanktionen, nach Gefangenenprotest: Besatzungsgefängnis macht erste Zugeständnisse, Angst vor dem Internationalen Strafgerichtshof: Israel bereitet Liste vor, fanatische Siedler eröffnen Cafe in muslimischem Heiligtum in Hebron

“Damit Israel nicht tut, was nicht repariert werden kann”: Mehr als 100 französische Abgeordnete fordern Frankreich sowie alle EU-Länder zur Anerkennung eines unabhängigen Staates Palästina sowie zu Sanktionen gegen Israel auf. Sie befürchten ein pal. “Bantustan”, sollte die Annexion durchgeführt werden. Als Bantustan wurden während der Apartheid in Südafrika geographisch definierte Gebiete der Schwarzen bezeichnet, die der Ethnientrennung dienten. Auch die UN warnt wortwörtlich vor einem pal. Bantustan.

Politische Gefangene in Besatzungsgefängnissen: Nach dem diese Woche israelische Polizei politische palästinensische Gefangene im Ofer-Gefängnis angriff, um Solidaritätsaktionen für den krebskranken, coronainfizierten Gefangenen Kamal Abu Wa’r (46) sowie für bessere Coronaschutzmaßnahmen gewaltsam zu unterbinden, beginnt nun die Gefängnisleitung erste Zugeständnisse zu machen, um einen groß angelegten Hungerstreik der Gefangenen zu vermeiden.
Letzte Nacht wurden erneut mind. 7 Palästinenser von der Besatzung verhaftet.

Angst vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC): Aus Angst davor, dass sich der ICC in den nächsten Tagen dafür entscheiden wird, Untersuchungen von Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten aufzunehmen, hat Israel nun begonnen, eine Liste mit 200 bis 300 israelischen Persönlichkeiten aus Politik & Militär zu erstellen, welche im Rahmen eines Kriegsverbrechertribunals befragt oder verhaftet werden könnten. Darunter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sowie der designierte alternierende Premierminister Benny Gantz. Um ihre mögliche Verhaftung & Befragung zu verhindern, werden ihn evtl. Reiseverbote auferlegt. Mehr unter: https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-israel-forms-secret-list-of-hundreds-of-officials-who-may-stand-trial-at-icc-1.8997620

Fanatismus: Illegale israelische Siedler haben in der Ibrahimi-Moschee, einem wichtigen Heiligtum der muslimisch-palästinensischen Bevölkerung im besetzten Hebron, einfach ein Cafe eröffnet. Immer wieder stürmen Siedler & Soldaten den Moscheekomplex, um die dort Betenden zu stören & zu provozieren. 1994 stürmte Baruch Goldstein mit einer Waffe die Moschee, erschoss 29 Palästinenser & verletzte 150 weitere. Seitdem ist die Altstadt Hebrons gesperrt — für Palästinenser, nicht für Siedler. Letztere dürfen sich weiterhin frei & bewaffnet überall in Hebron bewegen. Es ist Teil der nationalistischen Politik Israels, aus religiösen Stätten einen Besitzanspruch abzuleiten, der mit Gewalt & Provokation versucht wird durchzusetzen, nicht nur in Hebron, auch in Jerusalem im Bereich der Al-Aqsa-Moschee. In der Ibrahimi-Moschee sollen Ibrahim/Abraham und dessen Familie beerdigt sein. Er ist sowohl für Muslime, Christen als auch Juden ein Prophet.

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