Weitere Kriegsverbrechen gegen Krankenhäuser

Kein Ende der Kriegsverbrechen gegen Krankenhäuser

(Bild: Evening Standard)

Der israelische Krieg gegen Krankenhäuser und medizinisches Personal geht mit voller Härte weiter, was nach internationalem Recht ein klares Kriegsverbrechen darstellt. Das Nasser-Krankenhaus, das letzte funktionierende Krankenhaus in Khan Younis, wird seit Tagen von israelischen Scharfschützen und Panzern umstellt und angegriffen, mehrere Menschen wurden dort angeschossen und getötet. Bereits vor zwei Tagen hat das israelische Militär mit Hilfe eines entführten Zivilisten den Menschen, die im Krankenhaus Schutz gesucht haben, einen Räumungsbefehl erteilt. Der gefesselte Zivilist, der diese Botschaft an das Krankenhaus überbrachte, wurde nach eigenen Angaben kurz darauf von der Armee hingerichtet.

Völkerrechtswidrige Angriffe auf medizinisches Personal

Bereits letzte Woche veröffentlichte der Palästinensische Rote Halbmond ein Video, das zeigt, wie medizinisches Personal angeschossen und geschlagen wird, während es Sauerstoffflaschen vom Nasser-Krankenhaus zum Al-Amal-Krankenhaus transportiert. Auch der Angriff auf eindeutig gekennzeichnete medizinische Fahrzeuge ist nach internationalem Recht ein Kriegsverbrechen.

Letzte Woche veröffentlichten israelische Medien auch Bilder aus dem Al-Amal Krankenhaus in Khan Younis, die zeigen, wie Ärzte und Krankenschwestern mit gefesselten Händen im Krankenhaus sitzen, bewacht von Soldaten. Die meisten von ihnen tragen Kittel und Westen des Roten Halbmondes – ein weiteres Kriegsverbrechen.

Mit Maschinengewehren ins Krankenhaus

Als Vorbereitung für eine Invasion hat heute Nacht die israelische Luftwaffe die orthopädische Chirurgie des Nasser-Krankenhauses bombardiert und mehrere Opfer gefordert. Wie in früheren Fällen rechtfertigte Israel diese Kriegsverbrechen mit nicht überprüfbaren Behauptungen, dass sich in dem Krankenhaus „möglicherweise“ Leichen von israelischen Gefangenen befänden. Während Militärsprecher Hagari diese Behauptungen wiederholte, legten weder die israelische Regierung noch das Militär Beweise vor.

Um 7 Uhr morgens drang das Militär mit Maschinengewehren und Begleitung von schwerem Panzerfeuer in das Krankenhaus ein. Die Menschen vor Ort berichten von vielen Opfern, sowohl im Krankenhaus als auch auf der Flucht nach draußen.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ äußerte sich besorgt über die Situation im Krankenhaus und forderte das Militär auf, keine Zivilisten anzugreifen.

https://www.msf.org/displaced-people-forced-evacuate-have-nowhere-go-gaza

Abgesehen davon, dass diese Angriffe klare Kriegsverbrechen darstellen, sind sie ein weiterer klarer Beweis dafür, dass es das Ziel Israels ist, Gaza unbewohnbar zu machen. In der letzten „Zufluchtsstätte“ des Gazastreifens, in der mehr als eine Million Menschen Zuflucht suchen, wird nun auch noch das letzte Krankenhaus zerstört. Ob das die Unterstützung des Westens, auch Deutschlands, für diesen Völkermord ändern wird, bleibt abzuwarten – bisher sieht es außer leeren Verurteilungen und schwammigen Reden nicht danach aus.

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