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Weitere Kämpfe und Hungersnot

Kämpfe und Verletzte

  • Fortdauer der Kämpfe im Gazastreifen, auch in Deir Al Balah und den südlichen Gebieten.
  • Die jüngste Zahl der Todesopfer seit Beginn der Angriffe in Gaza, beläuft auf mehr als 10.328, darunter 4.237 Kinder und 2.719 Frauen. Etwa 2.260 Menschen, darunter 1.270 Kinder, gelten als vermisst und sind möglicherweise unter den Trümmern eingeschlossen. Im Durchschnitt wurden jeden Tag seit Beginn der Feindseligkeiten 134 Kinder in Gaza getötet. Mehr als 25.000 Menschen verletzt.
  • Zwischen dem 4. und 5. November wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 243 Palästinenser getötet, darunter viele bei Luftangriffen auf Wohngebäude in Flüchtlingslagern. Die meisten Todesopfer sind Frauen und Kinder, so das Gesundheitsministerium.
  • Am 5. November wurde Berichten zufolge ein israelischer Soldat in Gaza getötet, womit sich die Gesamtzahl der seit Beginn israelischen Quellen auf 29 erhöht.

Zugang und Bewegungsfreiheit

  • Am 5. November wurden den zweiten Tag in Folge keine Ausreisen von Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit oder Patienten aus dem Gazastreifen nach Ägypten über den Grenzübergang Rafah registriert.
  • Der Stopp der Ausreise von Doppelstaatsbürgern und Patienten erfolgte nach einem Angriff auf einen Krankenwagenkonvoi am 3. November. Am 1. und 10. November überquerten mehr als 2.3 Menschen die Grenze von Gaza nach Ägypten.
  • Am 5. November rief das israelische Militär die Einwohner erneut auf von Gaza-Stadt und dem Gouvernement Nord-Gaza erneut auf, nach Süden zu bewegen. UN-Beobachtungen deuten jedoch darauf hin, dass weniger als 2.000 umgezogen sind.
  • Am 5. November überquerte eine begrenzte Anzahl von Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern die Grenze von Ägypten nach Gaza. Seit dem 21. Oktober sind min. 451 Lastwagen in den Gazastreifen eingereist.
  • Der Grenzübergang von Ägypten nach Gaza bleibt geschlossen Kerem Shalom mit Israel, der vor den Feindseligkeiten der Haupteingangspunkt für Waren war, bleibt geschlossen, ebenso wie der israelische Fußgängerübergang von Erez.

Vertreibung

  • Etwa 1,5 Millionen Menschen in Gaza sind Binnenvertriebene. Davon leben etwa 717.000 in 149 UNRWA-Einrichtungen, 122.000 in Krankenhäusern, Kirchen und öffentlichen Gebäuden, 110.000 Menschen in 89 Nicht-UNRWA-Schulen, der Rest bei Gastfamilien.
  • Überbelegung in UNRWA-Einrichtungen im Süden des Gazastreifens: mehr als 530.000 Menschen in 92 Einrichtungen.
  • Etwa 160.000 Binnenvertriebene sind in 57 UNRWA-Einrichtungen in Gaza-Stadt und im Gouvernement Nord-Gaza untergebracht. UNRWA kann in diesen Gebieten seit einem israelischen Evakuierungsbefehl vom 12.Oktober keine Dienstleistungen mehr erbringen.
  • Berichte über akute Atemwegsinfektionen, Durchfall und Windpocken bei Menschen in UNRWA-Unterkünften.

Zerstörung von Infrastruktur

  • Gaza ist seit dem 11. Oktober ohne Strom, nachdem Israel Strom- und Treibstoffversorgung gestoppt hatte, was die Abschaltung des einzigen Kraftwerks in Gaza auslöste.
  • Einfuhr von dringend benötigtem Treibstoff, für lebensrettender Geräte zu betreiben, wird von den israelischen Behörden weiterhin verboten.
  • Zerstörung von Sonnenkollektoren auf den Dächern, insbesondere in Gaza-Stadt, während der israelischen Bombardements. Zu den Betroffene Einrichtungen: Krankenhäuser Shifa und Nasser, mehrere Wasserbrunnen und Bäckereien.
  • Verlust eine letzte Energiequelle, die nicht auf Brennstoff angewiesen ist.

Gesundheitsversorgung und Angriffe auf Krankenhäuser

  • Angriffe in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern fortgesetzt, darunter das indonesische Krankenhaus (Beit Lahiya) und das Al-Quds-Krankenhaus in Tal Al Hawa (Gaza-Stadt).
  • Seit dem 3. November haben die wichtigsten Stromgeneratoren im Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt und im indonesischen Krankenhaus im Norden des Gazastreifens Berichten zufolge ihren Betrieb eingestellt, weil es an Treibstoff mangelt.
  • Seit Beginn der Angriffe haben 14 von 35 Krankenhäusern und 51 Grundversorgungseinrichtungen in Gaza (von insgesamt 72) aufgrund von Schäden oder Treibstoffmangel geschlossen.

Wasserknappheit

(Al-Jazeera)

· Wassertransporte gestoppt

· Städtische Wasserbrunnen geschlossen aufgrund von Treibstoffmangel.

· Sorge wegen Dehydrierung und Krankheiten durch unsichere Wasserquellen.

· Kommunale Brunnen im Süden geschlossen wegen Brennstoffmangel.

· Entsalzungsanlagen beeinträchtigt.

· Zwei Wasserleitungen aus Israel in Betrieb.

· Sechs Lkw brachten 198 Kubikmeter Wasser aus Ägypten, Verteilung in Notunterkünften für Binnenvertriebene.

· Sieben Wasserversorgungsanlagen sind schwer beschädigt.

· Abwasserleitungen, Wasserreservoirs und Brunnen betroffen.

· Gefahr von Abwasserüberschwemmungen.

Hungersnot

· WFP warnt, das lebenswichtige Nahrungsmittelmangel in Gaza: Reis, Öl und Hülsenfrüchte in 1–3 Tagen knapp werden

· Probleme für Einzelhändler: Zerstörung, Unsicherheit und Kraftstoffmangel erschweren die Warenversorgung.

· Importierte Lebensmittel aus Ägypten: Hauptsächlich verzehrfertige Produkte (Thunfisch, Dattelriegel), Mehl für Bäckereien.

· Verteilung von Nahrungsmittelhilfe eingeschränkt: Bodenoperationen stoppten die Hilfe in Gaza-Stadt und im Norden.

· Brotzugang im Süden problematisch: Strom- und Treibstoffmangel beeinträchtigen die Mühlen, lange Warteschlangen und Luftangriffe sind eine Gefahr.

Westjordanland

· 5 Palästinenser (darunter 1 Kind) von israelischen Streitkräften getötet, darunter der schwerste Vorfall in Abu Dis (Jerusalem).

· Seit dem 7. Oktober 141 Palästinenser (43 Kinder) von israelischen Streitkräften getötet, 8 von Siedlern.

· 2.322 Palästinenser verletzt, darunter 244 Kinder, vor allem bei Demonstrationen.

· 202 Siedlerangriffe registriert, über ein Drittel beinhaltete Schusswaffenbedrohungen oder Schießereien, fast die Hälfte begleitet oder unterstützt von israelischen Streitkräften.

Vertreibung in Westjordanland

· Seit dem 7. Oktober: 111 palästinensische Haushalte mit 905 Einwohnern (inkl. 356 Kinder) aufgrund von Siedlergewalt und Zugangsbeschränkungen vertrieben.

· Ursprung: Mehr als 15 Hirten-/Beduinengemeinschaften betroffen.

· Weitere 120 Palästinenser (inkl. 55 Kinder) vertrieben nach Zerstörungen in der C-Zone und in Ost-Jerusalem, da keine Genehmigungen vorlagen.

· 23 weitere Palästinenser (inkl. 13 Kinder) vertrieben infolge von Strafzerstörungen.

Israel

· Insgesamt wurden nach Angaben der israelischen Behörden etwa 1.405 Israelis und Ausländer in Israel getötet, die überwiegende Mehrheit am 7. Oktober. Bis zum 3. November wurden die Namen von 1.159 dieser Todesopfer veröffentlicht.

· Nach Angaben der israelischen Behörden werden in Gaza 242 Menschen gefangen gehalten, darunter Israelis und Ausländer.

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