Waffenruhe in Gaza, acht Tote im besetzten Westjordanland

Waffenruhe in Gaza, acht Tote im besetzten Westjordanland

Ammar Mohammad Faisal Abu Al-Wafa, 14, am 25.11.23 im Flüchtlingslager Jenin getötet

Auch heute, am dritten Tag der vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in Gaza, ging die Gewalt in der besetzten Westbank weiter. Schon 2022 und auch 2023 waren seit langem die tödlichsten Jahre für dort lebende Palästinenser*innen, doch seit dem Krieg in Gaza ist die Gewalt auch dort noch einmal dramatisch angestiegen. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben das israelische Militär und Siedler*innen in der besetzten Westbank seit dem 07. Oktober insgesamt mindestens 215 Palästinenser*innen getötet, der palästinensischen Kinderrechtsorganisation Defense for Children International — Palestine (DCIP) zufolge befinden sich darunter auch 60 Kinder.

Seit vergangenem Abend alleine sind mindestens acht Palästinenser während israelischen Militäroperationen in der Westbank getötet worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass fünf der getöteten Palästinenser*innen bei Boden- und Luftangriffen auf Jenin starben. Während das israelische Militär behauptete, dass es sich bei den in Jenin Getöteten um bewaffnete palästinensische Kämpfer handelte, die bei einem Gefecht ums Leben kamen, wurde nur einer der Getöteten bisher von einer bewaffneten Gruppe, dem Islamic Jihad, als Mitglied identifiziert. Bisher gibt es dagegen keine Informationen zu Verbindungen der übrigen Getöteten zu bewaffneten Gruppen.

Der DCIP zufolge wurden bei dem Angriff auf Jenin auch drei minderjährige Palästinenser getötet: Ammar Mohammad Faisal Abu Al-Wafa, 14, wurde Samstagabend von einem israelischen Scharfschützen in den Bauch geschossen, als er mit einer Gruppe von Freunden in der Nähe seines Hauses im Al-Damj-Viertel des Flüchtlingslagers Jenin stand. Ahmad Mohammad Hamed Abu Al-Haija, 16, filmte den israelischen Militärangriff mit seinem Handy, als ein Soldat in einem schwer gepanzerten israelischen Militärfahrzeug ihm in die Brust schoss. Mahmoud Khaled Mahmoud Abu Al-Haija, 17, wurde gegen Mitternacht in den Bauch geschossen, als er in seinem eigenen Haus im Al-Zahra-Viertel südlich des Flüchtlingslagers Jenin am Fenster stand. Bei ihm, wie auch bei Mohammad Riad Fathi Saleh Farhan, 15, dem das israelische Militär in der Nähe von Ramallah in den Bauch schoss, wurde den Rettungsärzten der sofortige Zugang für die medizinische Hilfe verweigert. Alle vier wurden bei ihrer Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt.

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