Todesurteil für Hungerstreiker

Seit 79 Tagen befindet sich Maher Al Akhras (49) im Hungerstreik gegen seine Willkürhaft & ist dem Tode nahe. Doch das beunruhigt die Besatzung nicht. Am gestrigen Montag weigerte sich der Oberste Gerichtshof Israels, Akhras freizulassen. Er sprach eine unverbindliche Empfehlung aus, ihn am 26. November 2020 freizulassen, was de facto das Todesurteil für Al Akhras bedeutet.

Hungerstreiker Maher Al Akhras

Al Akhras Zustand ist lebensbedrohlich: Er hat fast die Hälfte seines Körpergewichts verloren, verliert immer wieder sein Bewusstsein & die körperlichen Schmerzen sind kaum zu ertragen. Er kann nicht mehr stehen & hat Tinnitus entwickelt. Ärzte fürchten um sein Leben.

Am 26.11., dem vorgeschlagenen Entlassungsdatum, endet ohnehin seine derzeitige “Haftperiode”. Sie kann jedoch ohne Begründung wieder verlängert werden. Akhras will sofortige Freiheit. Er protestiert gegen seine Administrativhaft, das heißt Willkürhaft ohne Nennung von Gründen & ohne Anklage.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Besatzung ihn willkürlich einsperrt. Ein isr. Gericht hat letzte Woche eine Aussetzung seiner Haft angeordnet, doch Akhras lehnt ab: Er will keinen “Hafturlaub”, sondern Freiheit:

“Ich mache eine schwere Zeit durch. Ich werde vor meiner Entscheidung nicht zurückschrecken. Ich entscheide mich dafür, entweder in GFreiheit mit meinen Kindern zu sein oder im Namen ihrer falschen Gerechtigkeit getötet zu werden.”

“Dieser Streik ist zur Verteidigung aller palästinensischen Gefangenen & zur Verteidigung meines Volkes, das unter der Besatzung leidet, und mein Sieg bei diesem Streik ist ein Sieg für die Gefangenen & mein palästinensisches Volk”.

Maher Al Akhras mit 2 seiner 6 Kinder.

Seit letzter Woche befindet sich Al Akhras Ehefrau Taghreed ebenfalls im Hungerstreik, um den Druck auf die Besatzung zu erhöhen & so ihren Mann zu retten. 30 pal. Gefangene im isr. Ofer-Gefängnis beginnen nun ebenfalls einen Hungerstreik für Alkhras Freiheit & Leben. Gestern gab es Proteste vor der Vertretung des Roten Kreuzes in Gaza für Akhras & pal. ehemalige Häftlinge organisierten ein Sit-In in Solidarität mit dem Gefangenen im Büro des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in Nablus. Al Akhras befindet sich derzeit in einem Krankenhaus in Tel Aviv, seine Kinder dürfen ihn nicht besuchen.

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