Sterben unter Ausschluss der Öffentlichkeit

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Stand 18:00 Uhr: Israel hat seine am Dienstag begonnenen Luftangriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt. Bisher sind dadurch mind. 27 Palästinenser getötet worden, darunter 7 Kinder & 5 Frauen. Eines der getöteten Kinder, Tamim Daud (5), starb Berichten zufolge aus Angst vor den sehr nahen Raketen. Unter den Toten befinden sich auch 5 Kommandeure der palästinensischen Widerstandsbewegung Islamischer Jihad (PIJ) sowie 4 Mitglieder der marxistischen PFLP. Mehr als 80 Menschen wurden verletzt, die meisten davon schwer, darunter Frauen & Kinder. Ein Israeli wurde durch Raketen getötet, die von palästinensischen Gruppen als Reaktion abgefeuert wurden. Palästinensische Gruppen fingen Israel lehnt einen Waffenstillstand bisher ab — ein Regierungsbeamter verkündete, dass “die Politik des gezielten Tötens nicht vom Tisch sein wird”.

Der PIJ gab bekannt, dass Ali Ghali, der Kommandeur der Raketenabschusseinheit der Gruppe, bei einem Angriff der israelischen Armee auf ein 6-stöckiges Wohnhaus in Khan Younis in der Morgendämmerung getötet wurde. Mind. 3 weitere Personen kamen dabei ums Leben. Ebenfalls getötet wurde Ahmed Abu Daqqa, ebenfalls Mitglied der PIJ, am heutigen Nachmittag, 4 weitere wurden dabei verletzt. Eine Israeli wurde durch Raketen getötet, die von palästinensischen Gruppen als Reaktion auf das israelische Bombardement abgefeuert wurden.

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Bei einem Angriff auf ein ziviles Wohnhaus durch Israels Luftwaffe starben gestern Abend die 10-jährige Layan Madukh sowie der 16-jährige Yazan Elayyan. Der 5-jährige Tamim Daud verstarb, als eine durch Bombenexplosionen hervorgerufene Panikattacke einen Herzstillstand auslöste. Der Junge konnte nicht wiederbelebt werden.

Derzeit bestreitet Israel, für die heute getöteten Zivilisten verantwortlich zu sein & beschuldigt “fehlgeleitete” Raketen des palästinensischen Widerstands für deren Tod. Schon bei vergangenen Tötungen von Zivilisten bediente sich Israel dieses Musters — unabhängige Untersuchungen konnten ihnen die Lügen jedoch nachweisen.

Diese 7 Kinder starben seit Dienstag durch die israelischen Luftangriffe auf Gaza. Von oben links nach unten rechts: Ali Izz Al Din (9) & seine Schwester Mayar Izz Al Din (11), Hajar Khalil Salah Bahniti (5), Eman Adas (14), Yazan Elayyan (16), Layan Madukh (10), Tamim Daud (5).

Die israelischen Besatzungsbehörden haben seit Beginn ihrer Offensive am Dienstagabend ausländische Journalisten an der Einreise nach Gaza gehindert. In einer Pressemitteilung sagte der Leiter des Government Media Office (GMO) in Gaza, Salameh Maarouf: “Die israelische Besatzung hat den Grenzübergang Beit Hanoon geschlossen & verhindert, dass ausländische Medienvertreter in den Gazastreifen einreisen, um über ihre Offensive zu berichten.”

Maarouf rief die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) & alle anderen Organisationen, die sich mit der Presse- & Meinungsfreiheit befassen, dazu auf, praktische Maßnahmen gegen die israelische Besatzung zu ergreifen, damit diese ihre Beschränkungen für die Einreise von Medienvertretern aufhebt. Er betrachtete das israelische Einreiseverbot für ausländische Medien als eine “Verletzung der Freiheit der Journalisten, ihre Arbeit auszuüben, sowie eine Verletzung ihres Rechts auf Freizügigkeit”. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die israelische Besatzung bei jeder Offensive gegen die belagerte Küstenenklave ausländischen Journalisten die Einreise nach Gaza verbietet.

Maarouf betonte, dass “das Schweigen der internationalen Gremien, die sich mit den Medien befassen, die israelische Besatzung dazu ermutigt, ihre repressiven & unterdrückerischen Verstöße zu wiederholen & fortzusetzen.”

Palästinensische Widerstandsgruppen haben gestern begonnen, Raketen als Vergeltung für die israelischen Angriffe abzufeuern. So auch heute, wenn auch deutlich weniger als gestern. Der palästinensische Widerstand fordert Israel zudem dazu auf, die seit 16 Jahren bestehende, illegale Luft-, Land- & Seeblockade der Küstenenklave zu beenden.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres “verurteilt den Verlust von Menschenleben unter der Zivilbevölkerung, darunter auch von Kindern und Frauen, den er als inakzeptabel ansieht & der sofort beendet werden muss”, so sein Sprecher in einer Erklärung. Vergangenes Jahr drohte Guterres: “Israel muss auf eine schwarze Liste der Vereinten Nationen gesetzt werden, wenn seine Gewalt gegen palästinensische Kinder im Jahr 2022 genauso groß ist wie 2021”, so Guterres am 11. Juli 2022. Mindestens 53 Kinder kamen im Jahr 2022 durch israelische Soldatengewalt ums Leben.

Hochrangige israelische Beamte haben heute Nachmittag Berichte dementiert, wonach sie sich im Rahmen der laufenden Waffenstillstandsgespräche bereit erklärt hätten, die Politik der Ermordung von Anführern des palästinensischen Widerstandes gegen die Besatzung einzustellen.

Ägypten, Qatar & die UN haben die Vermittlungsbemühungen zwischen Israel & den bewaffneten palästinensischen Gruppen geleitet. Arabischen Medienberichten zufolge forderten die palästinensischen Gruppen, dass Israel im Rahmen des Waffenstillstands die Politik der Ermordung von Anführern in ihren Häusern beendet. Außerdem forderten sie Israel auf, den Leichnam von Khader Adnan, einem Palästinenser, der Anfang des Monats nach einem Hungerstreik in israelischer Willkürhaft gestorben war, endlich zur Beerdigung an seine Familie zurückzugeben.

Die Times of Israel zitierte einen ranghohen israelischen Verteidigungsbeamten mit den Worten, “Israel habe sich nicht verpflichtet, die gezielten Tötungen einzustellen”. Ein Regierungsbeamter sagte der Zeitung Haaretz, dass “die Politik des gezielten Tötens nicht vom Tisch sein wird”.

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Die Zahl der in diesem Jahr durch israelische Besatzungskräfte, einschließlich Siedler, getöteten Palästinenser:innen (Zivilisten & Widerstandskämpfer) im Westjordanland, Jerusalem & dem Gazastreifen ist somit auf mind. 144 gestiegen, darunter 27 Kinder & 7 Frauen.

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