Tagesbericht: Sonntag, 31.05.2020

Siedler stürmen Al Aqsa Moschee, Hauszerstörungen gehen weiter, neue Details über Tötung Iyad Halaqs, Verhaftungen

Jerusalem: Heute wurde bekannt, dass der gestern auf dem Weg zu seiner Sonderschule getötete, unter Autismus leidende Iyad Halaq, 32, mehrere Schüssen in die Brust von israelischen Soldaten erlitt. Nach Militärangaben war Iyad unbewaffnet. Nach seiner Erschießung stürmten Soldaten sein Elternhaus, schlugen seine Schwester und verhafteten kurzzeitig den Vater. Die Besatzung gab die Leiche unter der Bedingung frei, dass die Bestattung nachts und mit kleiner Zahl Angehöriger stattfindet.

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Hauszerstörungen: Heute wurden in Tira 4 palästinensische Häuser zerstört. In Jerusalem erhielten die Besitzer von insgesamt 200 kommerziellen & industriellen Einrichtungen die Nachricht, dass die Besatzungsmacht ihre Gebäude bis Ende des Jahres abreißen will. Es handelt sich hierbei um das einzige Industriegebiet für Palästinenser in Jerusalem.

Al Aqsa: 105 israelische Siedler stürmten die Al Aqsa Moschee, anschließend verhafteten Soldaten 3 dort anwesende Palästinenser, und erteilten 2 palästinensischen Aktivisten ein 1wöchiges Besuchsverbot.

Machtdemonstration: Die israelische Armee marschierte heute in ein Dorf in der Nähe von Jenin ein, verließ es nach ein paar Stunden aber wieder. In der Altstadt Jerusalems wurde ein Marktplatz gesperrt und zu Militärgebiet erklärt.

Verhaftungen: Bei einer Gedenkveranstaltung für den berühmten Jerusalemiten Faizal wurden durch den israelischen Sicherheitsdienst mehrere Palästinenser verhaftet, darunter der Bürgermeister Jerusalems sowie die Jorunalstin Rose Al Saro.

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“Der tödlichste Ort für Journalisten”

Seit dem 07. Oktober wurden 18.787 Palästinenser:innen in Gaza getötet. Der UN zufolge konnten bisher nur 500 verletzte Palästinenser:innen und andere Personen mit medizinischem Behandlungsbedarf aus dem Gazastreifen evakuiert werden. Das entspricht gerade einmal 1 Prozent der 50.500 Verletzten. Dabei würden 8.000 von ihnen sofortige Hilfe benötigen.