“Sie reißen es ab, aber wir werden es wieder aufbauen”

Israelische Behörden haben gestern unter massivem Militäraufgebot 6 palästinensische Häuser im besetzten Jordantal & Hebron, u.a. in der Ortschaft Masafer Yatta, niedergerissen. Auch eine simple Wasserversorgung für Beduinengemeinschaften wurde zum wiederholten Mal zerstört. Der Abriss palästinensischen Wohneigentums & Infrastruktur durch Israel in den von ihm völkerrechtswidrig, illegal besetzten Gebieten hat System: Er verfolgt das Ziel, die indigene Bevölkerung zu Gunsten israelischer Siedler*innen zu vertreiben. Über dem Jordantal schwebt immer noch das Damoklesschwert der Annexion. Palästinenser*innen werden absichtlich in die Obdachlosigkeit getrieben & ihnen ihre wirtschaftliche Grundlage entzogen. Der Abriss des Hauses bedeutet oft den finanziellen Ruin.

Mit freundlicher Genehmigung von Quds News Network

Wozu das führt & welche Demütigungen das mit sich bringt? Israelische Bulldozer walzten gestern eine Toilette in Al Saroureh nieder, die Jalal Omur gehört: Aufgrund der Vertreibungspolitik der Besatzung ist er schon dazu gezwungen, mit seiner Familie in einer Höhle zu leben, seit gestern fehlt selbst die “Annehmlichkeit” eines Aborts. Er ist nicht der einzige, der im Umland Hebrons zu einem Leben in Höhlen gezwungen ist (s. Link unten).

Einer alter Mann aus Masafer Yatta versuchte sein Haus gegen schwer bewaffnete Soldat*innen zu verteidigen: Alt, gebrechlich & dennoch bestimmt. Die Besatzungssoldat*innen ignorieren ihn, schieben ihn genervt beiseite, packen ihn wütend an.

Später kommt ein anderer Palästinenser hinzu, tröstet den Mann “Mach dir keine Sorgen, sie zerstören es, aber wir bauen es wieder auf”, stellt sich vor die Soldat*innen & singt ein Protestlied:

Zum Thema durch Besatzung erzwungenes Höhlenleben:

https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/07/palestinians-live-primitive-caves-hebron-israel-demolition.html