Shoot to Kill

Gestern wurde Muhammed Amr (35), ein Vater von 3 Kindern aus Halhoul (nördlich von Al Khalil/Hebron), von israelischen Besatzungssoldat*innen ermordet. Er wurde in der Nähe der illegalen Siedlung Gush Etzion, südlich von Bethlehem, erschossen. Angeblich habe er einen Messerangriff verüben wollen. Verletzt wurde niemand. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, dass von dem Mann keine Gefahr ausging. Sein Leichnam wurde der Familie bisher nicht zur Bestattung übergeben.

Es ist jahrelange israelische Praxis, die Leichen getöteter Palästinenser*innen zurückzuhalten, womit die Opfer noch im Tod gedemütigt & den Angehörigen die Möglichkeit eines würdevollen Abschieds sowie auf Verarbeitung ihrer Trauer & Schmerzes genommen wird — eine Kollektivstrafe. Derzeit sind ca 250 getötete Palästinenser*innen auf dem “Friedhof der Zahlen” der israelischen Behörden in anonymen, lediglich nummerierten Erdlöchern verscharrt. Dutzende weitere befinden sich in Gefrierschränken — sie alle warten seit teilweise 5 Jahren auf eine ordnungsgemäße Bestattung durch ihre Familien & ihre Angehörigen auf ein Grab, an dem sie trauen & Abschied nehmen können.

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