Polizist trotz Mord an einem Autisten befördert

Ein israelischer Polizeibeamter, der im Mai 2020 im besetzten Ostjerusalem den autistischen Palästinenser Iyad Al Halaq (32) erschossen hat, wurde diese Woche befördert, obwohl ihm ein Gerichtsverfahren wegen der Tötung bevorsteht.

Der Beamte, der der Grenzpolizei angehört & dessen Name geheim gehalten wird, erschoss den 32-jährigen Halaq mit der Begründung, er habe den Palästinenser verdächtigt, eine Waffe zu tragen. Halaq war jedoch unbewaffnet & Premierminister Benjamin Netanjahu sah sich später veranlasst, sich bei seiner Familie zu entschuldigen — ein seltener Schritt eines israelischen Beamten.

Eyad al-Hallaq, ein 32-jähriger Bewohner Ostjerusalems – mit freundlicher Genehmigung der Familie

Der Autist Halaq war auf dem Weg zu einer Sonderschule für Menschen mit Behinderungen in der Altstadt des besetzten Jerusalem von israelischen Polizisten verfolgt & erschossen worden. Seine Betreuerin schrie immer wieder den Polizisten zu “er ist behindert!”. In panischer Angst vor den Polizisten versteckte er sich hinter Mülltonnen. Als er vollkommen verängstigt & zusammengekauert (&unbewaffnet!) am Boden liegt, schießt die Polizei aus kurzer Distanz mehrmals in seine Brust. Eine regelrechte Hinrichtung.

Kurz nach Halaqs Ermordung stürmten israelische Soldat:innen sein Elternhaus, schlugen seine Schwester & verhafteten kurzzeitig den Vater. Die Beerdigung Halaqs wurde nur unter der Auflage erlaubt, dass er nachts & nur im Kreis weniger Angehöriger beerdigt wird.

Später versuchte die Polizei das Material der Überwachungskameras zu zerstören & stellte die Ermittlungen zwischenzeitlich einfach ein. Es gab mindestens 10 am Tatort, die das geschehene belegten.

Im November 2022 sagte der israelische Polizeipräsident Kobi Shabtai, er unterstütze den Beamten, der Halaq erschossen hatte. “Es ist mir wichtig zu sagen, dass wir diejenigen sind, die den Kämpfer auf die Mission geschickt haben, & wir haben die Verantwortung, auch unter diesen Umständen an seiner Seite zu stehen”, so Shabtai. Auch Itamar Ben Gvir, der neue Minister für nationale Sicherheit, der nun für die Polizei & den Grenzschutz zuständig ist, hat bereits seine Unterstützung für den Offizier bekundet.

Am Montag berichteten israelische Medien, dass der Polizeibeamte, der Halaq getötet hat, befördert wurde & seit kurzem als Operationsfeldwebel in einem Stützpunkt der israelischen Grenzpolizei im Großraum Tel Aviv arbeitet. Der Polizeibeamte muss sich derzeit vor dem Jerusalemer Bezirksgericht wegen fahrlässiger Tötung von Halaq verantworten & könnte im Falle einer Verurteilung mit bis zu 12 Jahren Gefängnis rechnen.

Die Erschießung von Halaq im Jahr 2020 rief auch viel internationale Solidarität hervor, da sie mit den Protesten nach der Tötung von George Floyd durch die US-Polizei und den Black-Lives-Matter-Märschen zusammenfiel.

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