Griechisch Orthodoxe Christen begingen das Osterfest mit einem Mitternachtsgottesdienst in der Kirche des Heiligen Porphyrius. Quelle: Flickr), Joe Catron, 2013. CC BY-NC 2.0)

Ökumenischer Kirchenrat: Diskriminierung offenkundig & systematisch 

Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen veröffentlichte in den vergangenen Tagen einen Bericht, der zeigt, dass “die Diskriminierung der palästinensischen Bevölkerung offenkundig & systematisch ist“.

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Unter anderem führt der Bericht aus, wie die Politik Israels die christliche Präsenz in Jerusalem bedroht. In den vergangenen sieben Monaten haben die Kirchenleitungen vor Ort nicht weniger als sieben Erklärungen veröffentlicht, in denen sie die Bedrohungen hervorheben, die von den Angriffen extremistischer Gruppen auf Geistliche und Kirchengebäude, von den Einschränkungen der Religionsfreiheit und des Zugangs zu heiligen Stätten durch den Staat Israel und von anderen Aktionen und Maßnahmen ausgehen, die den Status Quo und die multireligiöse und multikulturelle Identität Jerusalems bedrohen.

So wurden bspw. die höchsten religiösen Feierlichkeiten der ÖRK-Mitgliedskirchen in der Karwoche erheblich gestört, behindert & in einigen Fällen unterbunden.

Zuletzt hatte der Oberste Gerichtshof Israels am 09. Juni 2022 entschieden, enteignete Kirchenimmobilien der völkerrechtswidrig agierenden Siedlungsorganisation Ateret Cohanim zuzusprechen. Das griechisch-orthodoxen Patriarchat verliert somit ihre enteigneten Kirchenimmobilien am Jaffa-Tor (das New Imperial Hotel & das Petra Hotel). “Die betroffenen Gebäude sind ein wichtiger Teil des „Fußabdrucks“ der christlichen Präsenz in Jerusalem. Die Folgen dieser Entscheidung werden für die Kirche und die christliche Gemeinschaft vor Ort also voraussichtlich verheerend sein, weil sie die Identität des christlichen Viertels in der Stadt ernsthaft untergraben.”

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“3 Tage vorher waren israelische Extremisten in die Pfingstkapelle des Griechisch-orthodoxen Patriarchats eingebrochen, die schon mehrfach das Ziel von Angriffen, Vandalismus und Hausfriedensbruch durch derartige [Anm. der Redaktion: Siedler]-Radikale gewesen ist. Allerdings hat es keinerlei Festnahmen oder andere Strafverfolgungsmaßnahmen gegen die Täter gegeben. Derartige Angriffe gehen immer weiter, weil die Täter ungestraft davonkommen.”, so die Kirchen weiter.

“Die Diskriminierung der palästinensischen Bevölkerung ist offenkundig & systematisch, & die andauernde und seit einem halben Jahrhundert bestehende Besatzung widerlegt weiterhin, dass die palästinensische Bevölkerung […] die gleiche Menschenwürde & die gleichen Menschenrechte wie alle anderen hat.”, heißt es weiter.

“Darüber hinaus steht die Tatsache, dass die Angehörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, die aller Wahrscheinlichkeit für die Tötung der Journalistin Shireen Abu Akleh am 11. Mai 2022 verantwortlich sein dürften, nicht zur Rechenschaft gezogen werden, im krassen Gegensatz zu den Antworten auf die jüngsten Angriffe gegen Israelis, bei denen die für die Angriffe verantwortlichen Palästinenserinnen und Palästinenser getötet, ihre Häuser und Wohnungen zerstört und ihre Familien vertrieben wurden.”

In dem Bericht “bedauert [man] zutiefst, dass dem […] Engagement für […] eine gerechte 2-Staaten-Lösung […] scheinbar unüberwindbare Hürden in den Weg gelegt worden sind.” Der Kirchenrat bekräftigt die Forderung, die Besatzung zu beenden sowie gleiche Rechte für alle Menschen in der Region zu gewährleisten.

Der vollständige Bericht:

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