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Nicht Mal Leichensäcke gibt es genug

Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse des heutigen Tages von Occupied News — Stand 18:00 Uhr

Gaza

  • Laut Defence for Children Palestine sind seit 07. Oktober mindestens 1.030 Kinder im Gazastreifen durch israelische Luftangriffe getötet worden. Das heißt, dass im Schnitt alle 15 Minuten ein Kind durch eine israelische Bombe stirbt.
  • mind. 2.808 Tote sowie 10.859 Verletzte. Laut palästinensischem Zivilschutz werden mind. 1.000 Menschen unter den Trümmern vermisst [Stand 18:00Uhr]
  • 16 Krankenhäuser sind durch israelische Bombardierungen zerstört oder beschädigt & daher außer Betrieb, weitere mussten auf israelischen Befehl zwangsevakuiert werden. Es gibt nicht genug Krankenhausbetten, Patienten müssen auf dem Fußboden behandelt werden, durch die Blockade gibt es kein Wasser in den Toiletten, keine Medikamente, nicht genug Blutkonserven, keinen Strom für die Kühlungen der Leichenhallen & laut UNRWA nicht einmal mehr genug Leichensäcke. In wenigen Stunden droht der Totalausfall aller Krankenhäuser — dann ist der Treibstoff der Notstoffaggregate endgültig aufgebraucht
  • Ärzte & Rettungssanitäter vor Kollaps: Im Schnitt wird jede Minute eine durch israelische Luftangriffe verletzte Person in ein Krankenhaus eingeliefert. Medizinisches Personal daher im Dauereinsatz, gleichzeitig werden immer wieder Ärzt:innen, Sanitäter:innen & Bergungskräfte gezielt angegriffen. Während sie Leben zu retten versuchen, ist gleichzeitig ihre Sorge um Angehörige groß — immer wieder entdecken Ärzte/Sanitäter unter eingelieferten Toten eigene Verwandte.
  • Allein heute 6 Feuerwehrmänner bei Bergungsarbeiten getötet.

  • Internationale Forderungen nach Öffnung israelischer Gaza-Blockade werden immer lauter. “Ich lehne eine Öffnung der Blockade & die Einfuhr von Hilfsgütern nach Gaza kategorisch ab”, so der israelischer Energieminister Israel Katz. Auch die israelische Kulturministerin betonte heute, dass keinerlei humanitäre Hilfe nach Gaza gelangen dürfe
  • Weltgesundheitsorganisation: der Enklave stehen nur noch “24 Stunden Wasser, Strom & Treibstoff” zur Verfügung, bevor “eine echte Katastrophe” eintrete. Der Regionaldirektor der UN-Gesundheitsorganisation für den östlichen Mittelmeerraum, Ahmed Al-Mandhari, betonte, es müssen Hilfskonvos nach Gaza gelassen werden. Diese sitzen derzeit am Grenzübergang Rafah in Ägypten fest. Wenn die Hilfe nicht ankomme, müssten die Ärzte “Totenscheine für ihre Patienten ausstellen”, so Mandhari.
  • Mehrere Menschen kamen auf der Suche nach Trinkwasser durch israelische Luftschläge ums Leben. Angeblich sollte Süd-Gaza heute Trinkwasser erhalten, die UN bestätigt jedoch, dass es nach wie vor kein Wasser gibt. Mittlerweile steigt das Risiko von Cholera, da Menschen gezwungen sind, nicht zum Trinken geeignetes Wasser zu konsumieren
Bombenangriff auf Khan Younis, Gazastreifen, 16.10.2023 [Foto links: Mahmud Hams/AFP — Foto rechts: [Haitham Imad/EPA]
  • Verwirrung um Rafah-Grenzübergang: Gestern Nacht wurde angekündigt, dass Israel & Ägypten sich geeinigt hätten, Ausländer:innen zu erlauben den Gazastreifen am Montagmorgen über Rafah nach Ägypten zu verlassen. Dies ist bisher jedoch nicht geschehen.

Israel

  • 1.400 Tote, 3.500 Verwundete. Unter den bisher 615 identifizierten israelischen Todesopfer befinden sich nach offiziellen israelischen Angaben 299 Soldat:innen sowie weitere Polizist:innen & Wachdienstler. Auch israelische Zivilist:innen sowie Arbeiter:innen aus dem Ausländer befinden sich unter den Todesopfern.
  • die Anzahl der israelischen von Hamas Gefangenen wird auf 199 erhöht, nach Angaben der israelischen Armee.
  • Im annektierten Jerusalem erklangen heute Warnsirenen, nach dem Hamas erneut Raketen abfeuerte. Eine Knessetsitzung wurde daher unterbrochen

Westjordanland

  • Verhaftungswelle: Israelische Besatzungssoldat:innen haben seit letzter Nacht 70 Palästinenser:innen festgenommen, darunter 2 Journalisten, berichtet die Nachrichtenagentur WAFA unter Berufung auf die Palästinensische Gefangenengesellschaft.
  • seit 07. Oktober wurden durch Soldat:innen & Siedler:innen 58 Palästinenser getötet & 1.250 verwundet
  • Palästinensische Demonstrant:innen haben in mehreren Städten im besetzten Westjordanland ein Ende der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen gefordert.
Demonstranten in Al Khalil (Hebron) [Mussa Qawasma/Reuters]

Iran

Der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian sagte heute Nachmittag, dass es zu einer “Ausweitung der Kriegsfronten” kommen könnte, wenn der Krieg im Gazastreifen nicht beendet wird. In einem Interview mit Al Jazeera sagte er: “Der Iran kann nicht tatenlos zusehen, wie sich diese Situation entwickelt.”

Libanon

  • Israelische Armee: “Wenn die Hisbollah uns provoziert, wird die Reaktion tödlich sein”
  • etwa 28 Gemeinden entlang Grenze zu Libanon zu evakuiert, um “bei Bedarf eine größere Angriffsfreiheit” zu ermöglichen.
  • Die Hisbollah erklärte, fünf israelische Militärstandorte ins Visier genommen zu haben & fügte hinzu, dass ihre Mitglieder „bestätigte Opferzahlen dort untersuchten“.
Rauch steigt von einer Stellung der israelischen Armee auf, die von Hisbollah-Kämpfern in der Nähe von Alma al-Shaab, einem libanesischen Grenzdorf zu Israel, angegriffen wurde [Hussein Malla/AP Photo].

Angriff auf Presse

  • 11 palästinensische Journalisten sowie 1 israelischer & 1 libanesischer Journalist seit dem 7. Oktober getötet

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