Nachts zu Hause erschossen

Bei einer ihrer Militärrazzien in Kafr Aqab, einem Dorf nahe Jerusalem, drangen israelische Besatzungstruppen in ein palästinensisches Wohnhaus ein & schossen einem seiner Bewohner, Muhammad Shahham, in den Kopf — vor den Augen seiner Familie. Angeblich habe er sich der Razzia widersetzt. Die Soldat:innen ließen den Mann blutend am Boden liegen, während sie ihre Hausdurchsuchung fortsetzten, ohne ihm erste Hilfe zu leisten. Nach der Durchsuchung nahmen sie ihn mit & erklärten ihn für tot.
Muhammad gehörte keiner Widerstandsorganisation an, wurde nicht gesucht & es wurde nichts in der Wohnung gefunden oder beschlagnahmt.

Sein Vater erzählte den Journalisten: “Kurz nachdem israelische Soldaten die Tür aufgesprengt & unser Haus gestürmt hatten, eröffneten sie wahllos das Feuer & mein Sohn Muhammad wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen”. Er habe gesehen, wie sein Sohn spät in der Nacht zwischen seinen Händen seinen letzten Atemzug getan habe.

Der Vater verurteilte das von Israel veröffentlichte Bild eines Messers & erklärte gegenüber Haaretz, dass sein Sohn nicht versucht habe, jemanden zu erstechen. “Nachts um drei Uhr schläft niemand mit einem Messer in der Hand. […] Jeder Palästinenser, so die israelische Erzählung, würde immer ein Messer bei sich tragen & in der Hand halten, als ob es rechtfertige, zu schießen & zu töten”, sagte er. “Mein Sohn hat nichts getan.”

Im Jahr 2022 wurden im Westjordanland bei Angriffen der Besatzungsarmee & Siedler bisher mind. 73 Palästinenser:innen getötet, darunter 17 Kinder & 5 Frauen. Unter ihnen befindet sich auch die berühmte palästinensische Journalistin Shireen Abu Akleh (Al Jazeera), die durch einen Kopfschuss von Soldat:innen getötet wurde. Im Gazastreifen wurden dieses Jahr durch israelische Luftangriffe bisher 49 Palästinenser:innen getötet, darunter 17 Kinder sowie 4 Frauen.

Muhammad Shahham

Kafr Aqab gehört zwar zur Gemeinde Jerusalem, doch die völkerrechtswidrige israelische Trennungsmauer wurde direkt am südlichen Rand der Stadt errichtet, wodurch der Jerusalemer Stadtteil praktisch zu einem Vorort von Ramallah wurde.

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