Verstorbene Palästinenser Mohammed Abu Dhraa (L) und Soud al-Titi (Foto über Twitter)

2 Widerstandskämpfer getötet

Israelische Besatzungssoldat:innen haben gestern zwei palästinensische Widerstandskämpfer erschossen, wie der israelische Minister Yoav Gallant mitteilte.

“Ich lobe die Aktionen der Soldaten, die zwei Terroristen ausgeschaltet haben, die in der Nähe von Elon Moreh [in der Nähe der Stadt Nablus im besetztes Westjordanland] das Feuer auf sie eröffnet hatten”, sagte Gallant am Dienstag auf Twitter.

“Ihre erfolgreiche Operation hat einen Angriff auf israelische Bürger:innen verhindert”, sagte Gallant später in einer Erklärung. Zuvor hatten die Besatzer erklärt, sie hätten zwei Männer “neutralisiert” & am Tatort Gewehre sowie Handfeuerwaffen gefunden.

Lokale palästinensische Quellen aus Nablus berichteten, dass die Leichen der beiden Männer — identifiziert als Mohammed Abu Dhraa & Soud Al Titi — vom israelischen Militär mitgenommen wurden. Es handelt sich um eine jahrelange Praxis Israels Leichen palästinensischer Opfer von Soldatengewalt zurückzuhalten & somit eine Bestattung zu verhindern. Für die betroffenen Familien stellt dies eine kollektive Bestrafung dar, die gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt. Der traumatische Verlust eines geliebten Menschen kann ohne eine Beerdigung lange nicht verarbeitet werden. Wird der Leichnam nach langer Zeit endlich doch von den israelischen Behörden freigegeben — teilweise erst nach Jahren — reißt das erlittene Trauma erneut auf. Aktuell hält Israel immer noch die Leichen von mind. 105 palästinensischen Getöteten zurück, die seit 2015 von seiner Besatzungsarmee getötet wurden. Die Praxis betrifft palästinensische Männer, Frauen & auch getötete Kinder.

Al Titi war Mitglied der Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde, während Abu Dhraa ein ehemaliger Häftling war, der sieben Jahre in einem israelischen Besatzungsgefängnis verbracht hatte. Beide waren Mitglieder der Al Aqsa-Brigaden gewesen, einer militanten Widerstandsgruppe, die seit Jahren gegen die anhaltende illegale israelische Besatzung kämpft.

Die Zahl der in diesem Jahr durch israelische Besatzungskräfte, einschließlich Siedler, getöteten Palästinenser:innen (Zivilisten & Widerstandskämpfer) im Westjordanland inkl. Jerusalem & dem Gazastreifen ist somit auf 104 gestiegen, darunter 19 Kinder & 1 Frau.

Am Sonntag gab die palästinensische Widerstandsgruppe “Höhle der Löwen” bekannt, dass sie einen Palästinenser, Zuheir Ghalieth, der für Israel spioniert habe, hingerichtet hatte. In einem Video, das die Gruppe von ihm aufnahm & weitergab, gab er zu, dass er für die Verfolgung vieler Kämpfer der Gruppe durch die Besatzer:innen verantwortlich sei, was zu deren Ermordung durch israelische Soldat:innen führte. Er sagte, er sei zur Spionage gedrängt worden, indem man ihn mit einem heimlich aufgenommenen Video erpresst habe, das ihn beim homosexuellen Geschlechtsakt mit einem israelischen Rekrutierer zeigt.

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