Monthly Summary — der Mai in 3 Minuten

Monthly Summary — der Mai in 3 Minuten

Getötete Palästinenser:innen: 56 (darunter 8 Minderjährige)
Getötete Israelis: 2 (darunter 0 Minderjährige)
Militärüberfälle im Westjordanland: 842
Willkürliche Verhaftungen von Palästinenser:innen: 430
Administrativhaftbefehle: 224
Angriffe durch Siedler: 16
Zerstörung des pal. Eigentums: 32
Permanente Militärcheckpoints: 110
Temporäre Militärcheckpoints: 503
Verstöße gegen die Pressefreiheit: 51

Getötet

Im Jahr 2023 haben die israelische Armee & Siedler bisher mind. 162 Palästinenser:innen getötet, darunter mind. 77 Zivilist:innen, darunter 24 Minderjährige & Kinder sowie 6 Frauen, der Rest waren Mitglieder bewaffneter palästinensischer Widerstandsgruppen, die gegen die anhaltende Besatzung des Westjordanlandes & des Gazastreifens kämpfen. 7 Palästinenser wurden von Siedlern getötet. 2 starben in israelischen Gefängnissen.

So verstarb am 02.05.2023 starb Khodor Adnan (45) in Administrativhaft nach 86 Tagen Hungerstreik gegen seine willkürliche Inhaftierung ohne Nennung von Gründen oder Beweisen & ohne Anklage oder Gerichtsurteil. Stunden zuvor hatte ein israelischer “Richter” ihm die Freilassung verweigert. Sein Gesundheitszustand erschien ihm nicht lebensbedrohlich genug. Er hat mehr als 10 Jahre seines Lebens in Haft verbracht, meist in Administrativaft. 4 Mal hat er dagegen mit Hunger gestreikt, bis er seine Freiheit bekam.

Westjordanland

Vertreibungspolitik

Die Vertreibung & Zwangsenteignung von Palästinenser:innen gingen auch im Mai unvermindert weiter. Die israelische Besatzungsarmee zerstörte diesen Monat u.a. 22 Wohnhäuser. Infolgedessen wurden 22 Familien mit 154 Personen, darunter 28 Frauen & 67 Kinder, obdachlos — ohne Entschädigung & ohne alternativen Wohnraum. Des Weiteren wurden 10 weitere zivile Einrichtungen & Infrastruktur, darunter eine Schule & 2 Wasserbrunnen.

Seit Anfang 2023 hat die Besatzungsarmee 88 palästinensische Familien obdachlos gemacht. Das sind insgesamt 557 Personen, darunter 112 Frauen & 252 Kinder. Dies war das Ergebnis des Abrisses von 95 Häusern durch die Armee. Da der illegale Hausabriss den Betroffenen auch noch in Rechnung gestellt wird, wurden 22 von ihren Besitzern selbst abgerissen. 10 Wohnhäuser wurden von der Armee im Rahmen von Kollektivstrafen — die gegen die Genfer Konvention verstoßen — abgerissen. Weitere 83 weitere zivile Einrichtungen von zerstört.

Die UN bezeichnet diese Praxis als Kriegsverbrechen, Amnesty International, Human Rights Watch & weitere Menschenrechtsorganisationen sowie die UN zeigen, dass es sich um eine Praxis israelischer Apartheidspolitik handelt, um die Demographie im besetzten Westjordanland zu Gunsten jüdisch-israelischer Siedler:innen zu verschieben. In diesem Sinne geht auch der völkerrechtswidrige Siedlungsbau im Westjordanland weiter. Dieser stellt gemäß Genfer Konvention ein Kriegsverbrechen dar.

Siedlerangriffe

Siedler verübten im Mai 16 Angriffe auf Palästinenser:innen & deren Eigentum im Westjordanland, verletzten 14 Palästinenser mit scharfer Munition, zerstörten Dutzende von Oliven- & Obstbäumen palästinensischer Farmer & verbrannten deren Ernten.

Seit Beginn des Jahres haben Siedler mindestens 214 Angriffe auf palästinensische Zivilisten & deren Eigentum verübt. Dabei wurden 7 Palästinenser:innen getötet & Dutzende verletzt, die meisten von ihnen durch Schläge & Steinwürfe. Außerdem wurden Dutzende von Wohnhäusern, Fahrzeugen & zivilen Einrichtungen von ihnen in Brand gesetzt.

Am 18. Mai 2023 nahmen Zehntausende israelische Rechtsradikale, offene Faschist:innen, Siedler:innen & Politiker:innen, darunter Minister & Knessetabgeordnete, am jährlichen “Flaggenmarschung” sowie einer Stürmung der Al Aqsa-Moschee teil. Während der Razzia skandierten die israelischen Siedler rassistische Slogans, u.a. “Tod den Arabern” & “Eure Dörfer werden brennen”. Des Weiteren schworen sie, die Al Aqsa-Moschee zu zerstören.

https://occupiednews.com/provokation-auf-staatliche-anordnung-mittwoch-17-05-2023/

Militärüberfälle

Die israelische Besatzungsarmee überfiel im Mai 842 Mal Ortschaften im Westjordanland, einschließlich des besetzten Ost-Jerusalem. Diese Übergriffe beinhalteten erneut willkürliche Razzien in zivilen Wohnhäusern, Verhaftungen sowie Schießereien der Soldat:innen, die Angst unter der Zivilbevölkerung hervorriefen.

Bei diesen Übergriffen wurden im Mai 339 Palästinenser verhaftet, darunter ein Schriftsteller & 33 Kinder. Des Weiteren wurden beträchtliche Geldbeträge & Schmuck von den betroffenen Familien beschlagnahmt.

Im Jahr 2023 hat die Besatzungsarmee bisher 4.241 Mal Ortschaften im Westjordanland sowie Ostjerusalem überfallen, wobei 2.446 Palästinenser:innen verhaftet wurden, darunter 25 Frauen & 285 Kinder.

Keine Bewegungsfreiheit

Im Mai errichtete die Besatzung zusätzlich zu den 110 permanenten Militärcheckpoints im Westjordanland & Jerusalem 503 temporäre. Diese schränken die Bewegungsfreiheit von Palästinenser:innen massiv ein. Somit können Besuche von Verwandten, Freunden, Schulen, Universitäten oder die Fahrt zur Arbeit mehrere Stunden dauern. 26 Palästinenser:innen wurden im Mai an diesen verhaftet. Israelis sind von diesen Checkpoints nicht betroffen können diese auf eigenen Straßen umgehen.

Im Jahr 2023 hat Israel bisher 2.526 temporäre Militärcheckpoints errichtet & 124 Palästinenser:innen an diesen willkürlich verhaftet.

Freiluftgefängnis Gaza

Der Gazastreifen leidet immer noch unter der Totalblockade der israelischen Besatzung. Die vollkommene Abriegelung hält nun das 16. Jahr in Folge an, mit katastrophalen Auswirkungen auf alle Aspekte des Lebens. Sie ist völkerrechtlich illegal & gilt als aktive Kriegshandlung. Die 2,2 Mio dort lebenden Menschen Menschen dürfen ohne israelische Genehmigung weder ein- noch ausreisen, es darf fast nichts exportiert werden, importiert werden darf nur wenig, die Resultate sind Massenarbeitslosigkeit, ein kollabiertes Gesundheitswesen & Lebensmittelknappheit. Bis jetzt gibt Israel keinen Hinweis auf eine Lösung in der Zukunft, wodurch die Bevölkerung des Gazastreifens ihrer wirtschaftlichen, sozialen & kulturellen Rechte weiterhin beraubt wird. Zahlreiche Kranke warten zu lange oder gar vergeblich auf eine Erlaubnis zur Ausreise zwecks medizinischer Behandlung.

Im Mai führte die israelische Armee im Gaza-Streifen 6 begrenzte Übergriffe durch. Des Weiteren nahm die israelische Armee 38 Palästinenser aus dem Gazastreifen fest, darunter 12 Fischer & 23 Personen, die versuchten, die Grenze nach Israel zu überqueren, sowie 3 Reisende am Grenzübergang Erez.

Am 09.05. begann Israel mit der Bombardierung des belagerten Gazastreifen. Innerhalb von 5 Tagen wurden in der belagerten Enklave mindestens 34 Palästinenser:innen, darunter 7 Kinder & 4 Frauen, getötet & mind. 147 weitere verwundet. Zwei Israelis kamen bei den Raketenangriffen ums Leben, darunter eine 70-jährige Frau.

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