Tagesbericht: Montag, 15.06.2020
Hamouda Al Sheikh (15) wurde heute zu 10 Jahren Haft durch ein israelisches Gericht verurteilt. Er soll versucht haben, schwer bewaffnete israelische Soldaten zu erstechen. Foto:Social Media/Quds News

Tagesbericht: Montag, 15.06.2020

Besatzung verurteilt 15jähriges Kind zu 10 Jahren Haft, Student seit 13 Tagen verhört & gefoltert, UNESCO-Weltkulturerbe soll Siedlern weichen, Hauszerstörung in Jerusalem, Niederländischer Rentenfond zieht Investitionen in israelische Banken wegen Siedlungsunterstützung zurück

Gefangene: Ein israelisches Gericht verurteilte gestern das palästinensische Kind Hamuda Al Sheikh (15, Foto) zu 10 Jahren Gefängnis. Es soll versucht haben schwer bewaffnete israelische Soldaten zu erstechen. Der Junge war im August 2019 mit seinem Freund Nasim Imkafeh in Jerusalems Altstadt unterwegs, als Soldaten das Feuer auf beide Kinder eröffneten. Nasim wurde getötet, Hamuda erlitt schwere Verletzungen, mehr als eine halbe Stunde lang wurde ihm medizinische Hilfe verweigert. Die Soldaten behaupteten später, beide Kinder hätten versucht sie zu erstechen.

Hamouda Al Sheikh
Hamouda Al Sheikh (15) wurde heute zu 10 Jahren Haft durch ein israelisches Gericht verurteilt. Er soll versucht haben, schwer bewaffnete israelische Soldaten zu erstechen. Foto:Social Media

Am Morgen wurden 7 Palästinenser in Jerusalem von der Besatzung verhaftet. Es handelt sich dabei um Familienmitglieder des vor 2 Wochen von israelischen Soldaten ermordeten Autisten Iyad Al Hallaq (32). Bei der Verhaftung wurden Hunde eingesetzt, die Häuser der betroffenen Personen verwüstet & die Verhafteten sowie deren Familienangehörigen schwer misshandelt. Ihnen wird vorgeworfen, den Anführer einer ultrarechten Siedlerbewegung, Yehuda Glick, geschlagen zu haben, als dieser die Trauerfeier für Iyad störte & Familienmitglieder provozierte.

Ein palästinensischer Student wird seit 13 Tagen im israelischen Petah Tikva einem permanenten Verhör & Folter unterzogen. Folter von palästinensischen Gefangenen durch den Shin Bet ist in Israel gesetzlich gestattet [1, 2]. Ohne Begründung wurde die Haft 2 weiterer palästinensischer Studenten verlängert, Zugang zu einem Anwalt wird ihnen verweigert.

UNESCO-Weltkulturerbe in Gefahr: Die antiken Anbau-Terrassen in Battir im Westjordanland sind bedroht: Die noch aus römischen Zeiten stammenden, bis heute landwirtschaftlich genutzten Terrassen & Bewässerungsanlagen sollen einem Industriepark für Siedler weichen. Damit droht nicht nur das UNESCO-Weltkulturerbe, sondern auch eines der landschaftlich beeindruckendsten Gegenden des Westjordanlandes mit Bulldozern niedergewalzt zu werden (s. Fotos).

Hauszerstörungen: Die israelische Besatzung riss heute ein Wohngebäude in palästinensischem Besitz in Jerusalem ab.

Deinvestionen nach öffentlichem Druck: Der niederländische Pensionsfonds Abppensioen mit 2,9 Millionen Kunden und einem Vermögen von 465 Mrd Dollar zieht seine Investitionen in die israelischen Banken Hapoalim und Leumi Le-Israel wegen ihrer Finanzierung illegaler Siedlungen zurück.

[1] http://blog.omct.org/its-now-even-more-official-torture-is-legal-in-israel/

[2] http://www.addameer.org/news/addameer-collects-hard-evidence-torture-and-ill-treatment-committed-against-palestinian

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