Israelische Streitkräfte attackieren brutal Tausende Betende in Al Aqsa-Moschee

Gestern, am letzten Freitag des Fastenmonat Ramadan & somit einem der heiligsten & höchsten Tage für Muslime, stürmten israelische Soldat*innen brutal die Al Aqsa-Moschee, den drittheiligsten Ort des Islam. Mitten während des Abendgebets wurde der Ruf des Muezzins von Blendgranaten, Tränengas & gummiüberzogenen Metallgeschossen der einfallenden Armee übertönt.

Ohne Vorwarnung wurden Tausende von Frauen, Männern & Kindern, die gerade im Innenhof & in den Hallen der Moschee ihr Gebet verrichteten & in feierlicher Stimmung waren, von zahlreichen Soldat*innen überrascht, die sofort & wahllos die Anwesenden attackierten. Darauf folgten schreckliche Szenen. Hunderte Gläubige in Innenräumen, die fliehen wollten, wurden von den Soldat*innen von außen einfach eingesperrt, während die Armee immer weiter die gesamte Moschee umstellte. Es kam zu Paniken unter vielen Gläubigen, andere versuchten sich den Angreifer*inne entgegenzustellen. Anschießend wurden auch die Eingesperrten von der Armee angegriffen & beschossen. U.a. wurden in Vorbereitung dazu auch der Strom in der Al Qibli-Gebetshalle abgestellt.

Auch die Krankenstation im Komplex der Al Aqsa-Moschee, in die schnell viele Verletzte gebracht wurden, wurde von der Armee attackiert: sie durchschlugen die Scheiben der Krankeneinrichtung warfen Blendgranaten & Tränengaskanistern in die Innenräume, während Verletzte dort gerade erstversorgt wurden.

Insgesamt wurden über 200 Menschen verletzt, 83 davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die meisten Verletzungen sind Oberkörper- & Kopfverletzungen. Vor allem auf Gesicht & Augen wurde von Soldat*innen absichtlich geschossen. Ein Palästinenser verlor beide Augen, ein Kind wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert.

In den letzten Nächten Fastenmonats gehen Muslime auf der ganzen Welt in die Moscheen, um einen Großteile der Nächte betend zu verbringen. Am Samstagabend waren etwa 60.000 Palästinenser*innen auf dem Weg zur Al Aqsa-Moschee, als die israelische Polizei eine der größten Schikanen in diesem Monat gegen die Betenden & Bewohner*innen in der gesamten Altstadt durchführte.

Die schrecklichen Szenen wurden schnell von Zeugen & Aktivist*innen über soziale Netzwerke verbreitet. Entsprechende Beiträge, die Hashtags, wie bspw. AlAqsa beinhalteten, wurden von Instagram verborgen & teils gelöscht, ebenso mind. 70 Accounts.

Auch heute, eine weitere Nacht im muslimischen heiligen Monat Ramadan, versucht die israelische Polizei auf jede erdenkliche Weise, Palästinenser*innen einzuschüchtern & sie davon abzuhalten, die Al Aqsa-Moschee zu erreichen. Dies soll nach Ansicht vieler dazu dienen, fanatischen rechtsradikalen Israelis zu helfen, am kommenden Montag zu Tausenden in die Moschee einzudringen. Rechtsradikale jüdische Gruppierungen & Parteien rufen seit Beginn des diesjährigen Ramadan zu eienr Stürmung/Eindringen in die Moschee auf. Es werden derzeit etwa 3.000 Siedler*innen erwartet, die diesem Ruf folgen könnten.

Seit Beginn des Ramadan werden palästinensische Muslime zusätzlich drangsaliert: Soldat*innen zerschnitten die Lautsprecherkabel der Al Aqsa-Moschee, beschlagnahmten willkürlich kurz vor Fastenbrechen Hunderte Mahlzeiten, erschwerten den Zugang zur Moschee & verhängten zahllosen Palästinenser*innen willkürlich Besuchsverbote für den heiligen Komplex.

https://twitter.com/AbbePrimo/status/1390717235216461828

Dies alles kommt in denselben Tagen, in denen Israel plant, viele palästinensische Häuser im Viertel Sheikh Jarrah im Herzen Jerusalems zu räumen, um eine weitere illegale Siedlung für fanatischen rechtsradikale Siedlerorganisation zu bauen. Das verstärkt die Bedeutung der Pilgerreise nach Jerusalem in diesem Jahr.

Heute, 08.05.2021, was die heiligste Nacht des Jahres im muslimischen Kalender sein sollte, versuchte Israel auf jede Weise, den Strom an Palästinenser*innen zu stoppen, die versuchten heute die Al Aqsa-Moschee zu erreichen. Der Tag begann mit zahlreichen Massenverhaftungen von Palästinenser*innen in Jerusalem.Zahlreiche Militärcheckpoints wurden heute an bedeutenden Hauptstraßen innerhalb Israels eingerichtet, um nun auch Palästinenser*innen mit israelischer Staatsbürgerschaft an der Einreise nach Jerusalem zu hindern — diese Checkpoints wurden jedoch erfolgreich durchbrochen: Dabei kam es zu beeindruckenden Szenen der Entschlossenheit & Solidarität. Während diese Menschen ihre Busse verließen & sich entschlossen, die letzten Kilometer bis Jerusalem zu Fuß zu gehen, entschieden sich die Jerusalemer, von der anderen Seite her ihnen entgegen zu fahren, um die Pilger abzuholen. Es wird von mehr als 90.000 berichtet, die heute Abend die Moschee erreicht haben. Auch diese werden aktuell gerade angegriffen. Laut Aussagen des Roten Halbmondes werden Rettungskräfte von der Besatzung daran gehindert, die Verletzten zu erreichen.

Das kann Sie auch interessieren:

Ostern: Besatzungskräfte knüppeln auf palästinensisch-christliche Pilger in Jerusalem ein

Palästinensischen Christen sagen, dass ihre 2.000 Jahre alte Gemeinschaft im Heiligen Land zunehmend unter Beschuss …