Israelische Armee tötet Schüler, Lehrer & einen Arzt bei Angriff im Westjordanland

Israelische Armee tötet Schüler, Lehrer & einen Arzt bei Angriff im Westjordanland

Foto: Majdi Mohammed/AP Photo. Via Al Jazeera

Die israelische Besatzungsarmee eröffnete heute wahllos das Feuer auf Palästinenser:innen bei einem groß angelegten Überfall auf die Stadt Jenin im Westjordanland. Der militärische Angriff hält aktuell [20:28 Uhr] noch immer an.

Israelische Besatzungskräfte haben am heutigen Dienstag bei einem Angriff auf Jenin im Westjordanland zwei palästinensische Schüler, einen Lehrer und einen Arzt getötet und weitere Personen, darunter einen Journalisten, verwundet.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden insgesamt mindestens sieben Menschen getötet und 19 verwundet, zwei davon befinden sich in einem lebensbedrohlichem Zustand.

Eine verdeckte Einheit israelischer Spezialkräfte wurde gegen 8 Uhr morgens Ortszeit im Flüchtlingslager von Jenin entdeckt. Augenzeugen berichteten, dass das israelische Militär wahllos auf jeden Palästinenser schoss, der sich in seiner Nähe bewegte, einschließlich Menschen in ihren Autos und Familien, die ihre Kinder von der Schule abholen wollten, die wegen des Militärüberfalls ausgefallen war.

Zwei Schüler, Osama Abu Hajeer (16) und Mahmoud Hamadneh (15) wurden getötet, als sie ihre Schule verließen. Einer von ihnen war auf seinem Fahrrad unterwegs, als er erschossen wurde. Der Lehrer Allam Jaradat (48) wurde in seinem Fahrzeug erschossen, als er ebenfalls die Schule verließ. Ein Foto seines Autos zeigt blutverschmierte Schulzeugnisse auf dem Rücksitz.

Dr. Osaid Jabarin (51), Facharzt für Allgemeinchirurgie und Dozent für Zahnmedizin an der Arabisch-Amerikanischen Universität in Jenin, wurde von den Besatzungstruppen erschossen, als er auf dem Weg zum Krankenhaus von Jenin war. Er hatte dort seit 17 Jahren gearbeitet.

„Die israelische Armee schießt auf alles, was sich am Boden bewegt, und hindert Krankenwagen daran, die Verletzten zu erreichen“, sagte der Journalist Sbeihat gegenüber dem Nachrichtenmagazin Middle East Eye. „Die Infrastruktur wird vollständig zerstört und medizinisches Personal und Ambulanzteams werden direkt angegriffen“.

Die anderen drei getöteten Palästinenser wurden vom Gesundheitsministerium als Basem Turkman (53), Muamar Abu Amira (50) und Amir Abu Amira (22) identifiziert.

Augenzeugen zufolge eröffneten die Besatzer auch das Feuer auf eine Gruppe von Journalisten, einen Krankenwagen und Menschen im Innenhof des Krankenhauses von Jenin. Der Journalist Amr Manasara wurden verwundet.

Die israelischen Besatzungskräfte hinderten medizinische Teams daran, einige der bei dem Angriff Verletzten zu erreichen, so dass einige Opfer an ihren Verletzungen starben – der Lehrer Jaradat soll so eine halbe Stunde blutend im Auto gelegen haben, bis er seinen Verletzungen erlag.

Die Lage im Flüchtlingslager Jenins ist katastrophal. Viele Menschen sollen durch Scharfschützenfeuer verletzt worden sein und können von Sanitäter:innen nicht erreicht werden. Die Bewohner:innen versuchen in ihren Häusern erste Hilfe zu leisten.

Israelische Soldat:innen sollen mehrere hohe Wohngebäude gestürmt und sich dort stationiert haben. Militärbulldozer wurden eingesetzt, um Straßen, Wasserleitungen und Abwassernetze absichtlich zu zerstören.

Bewaffnete palästinensische Widerstandsgruppen, die sich in der Stadt aufhielten, erklärten, dass ihre Mitglieder sich mit israelischen Soldaten Straßenkämpfe lieferten und die Besatzer aus der Stadt zu verdrängen suchen. In sozialen Medien waren Aufnahmen von Sprengsätzen zu sehen, die inmitten von Berichten über heftige Schusswechsel detonierten. Es gibt bisher keine unmittelbaren Berichte über getötete Besatzungssoldat:innen.

Nabil Abu Rudeineh, Sprecher des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, warnte vor den „Gefahren des andauernden völkermörderischen Krieges Israels gegen das palästinensische Volk“ von Rafah im Gazastreifen bis Jenin im Westjordanland.

Seit dem 7. Oktober lässt Israel die tödliche Gewalt gegen Palästinenser:innen, die die ARmee, aber auch Siedler:innen begeht, im besetzten Westjordanland eskalieren. In den vergangenen sieben Monaten wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 500 Palästinenser:innen, darunter über 120 Kinder, durch Siedler:innen & Soldat:innen im Westjordanland getötet. Jenin wurde in diesem Jahr mehrmals Opfer brutaler Militärüberfälle. Der aktuelle soll laut israelischen Angaben noch länger anhalten.

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