Israel hat den IGH belogen

Israel hat den IGH belogen

(Bild: Forensic Architecture)

Israel hat bei seiner Präsentation vor dem IGH mehrere Falschaussagen getroffen, so aus einem neuen Bericht der Forschungsinstitut „Forensic Architecture“, der von dem israelischen Forscher Eyal Weizman in der Goldsmith University of London geleitet wird. Forensic Architecture (FA) ist berühmt dafür, mittels 3D-Simulationen und räumlichen Untersuchungen Tatorte forensisch zu analysieren.

Laut dem Bericht, der am 28.2 veröffentlicht wurde, hat die israelische Präsentation mehrere Materiellen gezeigt, die falsch beschrieben oder im falschen Kontext präsentiert waren. So sollte beispielsweise ein Bild zeigen, wie das Al-Quds Krankenhaus vermeintlich für militärische Zwecke benutzt worden sei, da ein palästinensischer Kämpfer eine Panzerabwehrrakete aus dem Krankenhausgelände schießen sollte. Auf dem Bild wurden die Grenzen des Geländes – vermutlich mit Absicht – falsch markiert, so dass die Straßenecke, aus dem geschossen wurde, und die nicht Teil des Krankenhauses ist, als Teil des Geländes beschriftet wurde:

Ebenso behaupteten die israelischen Anwälte, dass der Widerstand Raketen aus der Nähe einer Wasserentsalzungsanlage abgefeuert habe. Recherchen von FA ergaben jedoch, dass es sich bei der angeblichen Raketenabschussrampe nicht um eine solche handelte, sondern um einen Krater, der durch israelische Luftangriffe entstanden war. Israel versuchte damit zu beweisen, dass palästinensische Widerstandsgruppen gezielt wichtige Infrastruktur als Schutz nutzen würden – was offensichtlich nicht der Fall ist.

Auch bei der Lieferung humanitärer Hilfe hat die israelische Delegation offenbar gelogen – so wurde ein Beweisfoto vorgelegt, das angeblich Lastwagen mit Hilfsgütern in Richtung Grenzübergang Rafah zeigt. FA zeigte jedoch, dass dieses Foto woanders aufgenommen wurde – und LKWs zeigt, die zum Grenzübergang Nitzana fahren, wo alle LKWs kontrolliert werden und mehr als ein Drittel nicht weiterfahren darf.

Wie FA betont, handelt es sich bei diesen Falschdarstellungen nicht nur um Irrtümer oder schlichte Lügen, sondern um die Behauptung, dass wichtige zivile Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Schulen, Wohngebiete und „sichere Orte“ ihren Status als Schutzräume verlieren, weil sie für militärische Zwecke genutzt werden. Diese Behauptung legitimiert Israels brutale Angriffe auf die Zivilbevölkerung, die Gaza unbewohnbar machen. Nachdem Israel in den letzten Monaten bereits mehrfach bei Lügen gegenüber den Medien ertappt wurde, haben seine Anwälte nun auch das höchste UN-Gericht belogen. Welche Konsequenzen das haben wird, bleibt abzuwarten.

Hier der Bericht:

https://forensic-architecture.org/investigation/assessment-israeli-material-icj-jan-2024

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