Israelischen Generälen geht Munition aus – Forderungen nach Waffenstillstand

Israelischen Generälen geht Munition aus – Forderungen nach Waffenstillstand

Foto: via Anadoulu Ajansi

Israels oberste Generäle wollen einen Waffenstillstand im Gazastreifen, selbst wenn dadurch die Hamas an der Macht bleibt, wie die New York Times berichtet. Damit vertieft sich die Kluft zwischen dem Militär und Premierminister Benjamin Netanjahu. Ihrer Meinung nach ist dies der beste Weg, um die etwa 120 im Gazastreifen festgehaltenen Israelis zu befreien. Gleichzeitig wächst in der Armee die Sorge, dass im Fall eines Krieges mit Libanons Hisbollah die Kapazitäten der israelischen Armee überschritten sein könnten (siehe hierzu auch: https://occupiednews.com/blind-und-taub-wie-israel-den-norden-verlor-hisbollah/).

Da Netanjahu öffentlich nicht bereit ist, entweder den Gazastreifen zu besetzen oder die Kontrolle an alternative palästinensische Anführer zu übergeben, befürchtet das Militär einen „ewigen Krieg“, in dem seine Energien und Munition allmählich aufgebraucht werden und das obwohl die israelischen Gefangenen immer noch gefangen bleiben und die Hamas-Führer weiter auf freiem Fuß sind.

Nach fast neun Monaten Krieg fehlt es der Armee an Ersatzteilen, Munition, Motivation und sogar an Truppen, heißt es aus Beamten- und Militärkreisen.

Immer weniger Reservist:innen melden sich zum Dienst, und die Offiziere misstrauen ihren Befehlshabern zunehmend. Mehr als 300 Soldat:innen wurden im Gazastreifen getötet, und mehr als 4.000 Soldat:innen wurden seit Oktober verwundet, wie aus Militärstatistiken hervorgeht. Eine unbekannte Zahl weiterer Soldat:innen leidet unter posttraumatischen Belastungsstörungen.

Zumindest einige Panzer in Gaza sind nicht mit der vollen Kapazität der Granaten beladen, die sie normalerweise tragen, da das Militär versucht, seine Vorräte für den Fall eines größeren Krieges mit der Hisbollah zu schonen, so zwei Offiziere. Fünf Beamte und Offiziere bestätigten, dass die Armee kaum noch Granaten hat. Auch für Panzer, Planierraupen und gepanzerte Fahrzeuge fehle es der Armee an Ersatzteilen, sagten mehrere dieser Offiziere.

Nachdem ein Journalist eines der beiden Logistikzentren der israelischen Armee im Gazastreifen besuchte, berichtete er in der israelische Zeitung Maariv am vergangenen Freitag, dass palästinensische Widerstandsgruppen im Gazastreifen mind. 500 israelische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge beschädigt und dutzende davon vollständig zerstört habe. Grundtenor seines Berichts: Auch wenn die israelische Armee es nicht offen zugeben mag, sie ist nicht bereit für eine umfassende Kampagne im Libanon.

Netanjahu hingegen lässt weiterhin öffentlich verlauten, dass seine Armee über die Mittel und das Engagement verfügt, die Hamas zu zerstören und die israelischen Gefangenen zu befreien.

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