Journalisten bei Berichterstattung über Massaker getötet

Journalisten bei Berichterstattung über Massaker getötet

Bild: Wael Dahdouh bei der Beerdigung seines Sohnes, des palästinensischen Journalisten Hamza Dahdouh, 7. Januar 2024 [Mohammed Salem/Reuters]

Bei einem direkten israelischen Angriff wurden zwei Journalisten in ihrem Auto getötet, als sie auf dem Weg waren, um über ein Massaker in Khan Younes im Gazastreifen zu berichten. Einer der beiden ist Hamza Dahdouh, der älteste Sohn des leitenden Korrespondenten von Aljazeera in Gaza, Wael Aldahdouh. Wael hat in diesem Krieg seine Frau und drei seiner jüngsten Kinder verloren, als sie sich in Südgaza in einer eigentlich sicheren Zone aufhielten. Er selbst wurde bei einem späteren Angriff ebenfalls verletzt, überlebte jedoch.

Bei dem Massaker, über das Hamza und sein Kollege berichten wollten, wurden 17 Zivilisten getötet, darunter zwei schwangere Frauen, die in den Wehen lagen.

In den letzten 24 Stunden wurden 130 Palästinenser:innen im Gazastreifen und 6 weitere in Jenin im Westjordanland durch einen Drohnenangriff getötet. Von den 130 in Gaza Getöteten wurden etwa 80 bei einem Massaker in Jabalia im Norden des Landes umgebracht. Alle Krankenhäuser im Norden Gazas sind außer Betrieb. Die Bilder von Leichen, die umhergeworfen werden, ohne dass jemand helfen kann, sind jenseits des Grauens, weswegen wir uns entschlossen haben, diese hier nicht zu veröffentlichen.

Mit der heutigen Ermordung der beiden Journalisten erhöht sich die Zahl der durch Israel getöteten Journalist:innen und Medienmacher:innen auf 109 seit dem 07.10.2023.

Massaker in Khan Younis, Gaza, über welches die beiden Journalisten berichten wollten.

Die NGO Save the Children gab heute in einer Pressemitteilung bekannt, dass seit Ausbruch des Krieges vor drei Monaten im Gazastreifen durchschnittlich mehr als 10 Kinder pro Tag ein oder beide Beine verlieren.

Das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza erklärte, das Al-Aqsa-Märtyrer-Krankenhaus im Zentrum des Gazastreifens stehe unter schwerem israelischen Drohnenbeschuss, der auf „alles, was sich bewegt“ ziele und das Krankenhaus außer Gefecht setzen solle, steht. „Die Außerbetriebnahme dieses Krankenhauses wäre ein Todesurteil für Tausende von Verwundeten und Patient:innen im zentralen Gebiet“, so das Ministerium in einer Erklärung.

Seit Wochen blockieren die jemenitischen Houthi-Rebellen den kommerziellen Schiffsverkehr im Roten Meer für Handelsschiffe mit dem Ziel Israel oder für Handelsschiffe, die israelischen Geschäftspersonen oder Firmen zugeordnet werden können. Mit dieser kommerziellen Blockade wollen die Houthi ein Ende des israelischen Genozids im Gazastreifen erzwingen. Mehrere internationale Cargofirmen haben haben daher ihre Durchfahrten durch das Rote Meer eingestellt und nutzen nun den deutlich längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung.

Der US-Außenminister Anthony Blinken sagte heute, die Angriffe der jemenitischen Rebellen auf Handelsschiffe im Roten Meer „schaden den Menschen auf der ganzen Welt“.

„Mehr als ein Dutzend Länder haben deutlich gemacht, dass die Houthis für künftige Angriffe zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Blinken und bezog sich dabei auf eine von den USA geführte maritime Koalition.

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