Grundschule in Gaza entgeht knapp einem Massaker

Bombenangriffe auf Gaza, danach gefährlicher Blindgänger in Grundschule, Gaza-Blockade weiter verschärft, pal. Mutter fordert Leiche ihres Sohnes — Soldaten attackieren sie mit Tränengas, pal. Teenager & Physikprofessor in isr. Gefängnis misshandelt, neue settlers-only Straße, rassistische Siedlerangriffe

Gaza: Letzte Nacht flog Israel wieder Bombenangriffe auf den abgeriegelten Gazastreifen. Es kam zu schweren Sachschäden. Ein israelisches Geschoss traf eine UN-geführte Grundschule, explodierte aber nicht. Schulkinder & Lehrer*innen betraten schon das Gebäude, als plötzlich die Schule evakuiert wurde: Der Blindgänger wurde rechtzeitig entdeckt & von Sprengstoffexperten entschärft. So war nicht nur die vergangene Nacht für Gazas Kinder von Bomben geprägt, sondern auch der heutige Morgen. Der Blindgänger hätte ein Massaker verursachen können: Die Bombe enthält 1500 Metallsplitter, von denen jeder tödlich sein kann. Sie kam schon bei früheren israelischen Angriffen zum Einsatz, ist lasergesteuert & verfehlt selten das Ziel. Daher haben sich pal. Behörden an die UN gewandt. Die Bombardierung von Schulen ist laut Genfer Konvention ein Kriegsverbrechen. Israel schloss außerdem den Grenzübergang “Kerem Shalom” im südlichen Gaza, was die Einfuhr von Waren des täglichen Bedarfs & Treibstoff in die belagerte Enklave noch weiter einschränkt.

Strafe über den Tod hinaus: 
Frau: “Ich will meinen Sohn.”
Soldat: “Geht zurück!”
Frau: “Okay, ich trete zurück. Ich will [den Leichnam] meines Märtyrersohnes Ahmad. Wir sind friedlich.”

Im nächsten Moment feuerten israelische Streitkräfte Tränengaskanister & Gummigeschosse auf friedliche Demonstrant*innen ab, die heute die Leiche des palästinensischen Märtyrers Ahmad Erekat forderten. Im Juni 2020 schossen ihm isr. Soldat*innen ohne Anlass an einem Militärcheckpoint in den Rücken & ließen ihn anschließend 90min lang blutend auf der Straße liegen, Soldaten leisteten keine 1. Hilfe & den Umstehenden wurde es verboten. Er wollte seine Schwester für ihre Hochzeit abholen. Bis heute gibt die Besatzung seinen Leichnam nicht zurück. Es ist jahrelang Praxis, die Leichen getöteter Palästinenser*innen zurückzuhalten, womit die Opfer noch im Tod gedemütigt & den Angehörigen die Chance auf Verarbeitung ihrer Trauer genommen wird. Derzeit warten 63 Leichen seit teilweise 5 Jahren auf ordnungsgemäße Bestattung.

Gefangene: Der pal. Teenager Mahmoud Al Ghalidh (17) ist derzeit in israelischen Gefängnissen psychologischer Folter ausgesetzt & nun mit dem neuen Coronavirus infiziert. Er befindet sich in Isolationshaft, wo ihm Grundbedürfnisse wie bspw. Kleidung verweigert werden, so die Menschenrechtsorganisation Al Dameer, die seine sofortige Freilassung fordert.
Der Astrophysiker Prof. Imad Barghouthi befindet sich noch immer in Haft in einem israelischen Gefängnis, wo ihm der Kontakt zu seiner Frau & seinen Kindern verboten ist. Es wurde bis jetzt keine Anklage gegen ihn erhoben & kein Haftgrund genannt. Eine Petition für seine Freilassung:

Besatzungsgewalt: Nahe Nablus schlichen sich illegale Siedler letzte Nacht in die Dörfer Yasouf, Ourif & Asirah, beschädigten & verbrannten pal. Baumaschinen & Autos, sprayten rassistische Parolen & zerstörten 20 alte Olivenbäume. Israelischen Besatzungstruppen teerten heute nahe Kafr Al Labad eine Straße, die nur von Siedler*innen befahren werden darf (settlers-only road) & große Teile pal. Farmlandes zerstört.

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