Gezielte Provokationen & Gewalt der Besatzer halten an

Gestern & heute griffen israelische Soldat:innen erneut Gläubige in der Al Aqsa-Moschee an, darunter zahlreiche Familien, Frauen & Kinder. Anschließend, nachdem die Armee die Moschee von Gläubigen geräumt hatte, tourten gestern & heute jeweils über 500 israelische Siedler:innen, Extremisten & Rechtsradikale das Gelände. Es ist der dritte Angriff binnen 72h, der bisher schlimmste ereignete sich am Freitag.

Heute sowie gestern morgen, jeweils gegen 7 Uhr Ortszeit, stürmten die israelischen Besatzungstruppen die Al Aqsa-Moschee, griffen die anwesenden Gläubigen brutal an & nahmen erneut willkürlich viele von ihnen fest. Es ist das insgesamt 3. Mal innerhalb von weniger als 72h. Die Soldat:innen schlugen die Anwesenden & feuerten mit Blendgranaten & Tränengaskanistern auf die Gläubigen, darunter auch viele Familien. Die Besatzer sperrten auch Gläubige im Gebäude der Al Qibli-Halle im südlichen Bereich der Moschee ein.

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Der Palästinensische Rote Halbmond bestätigte, dass beim gestrigen Angriff mindestens 19 palästinensische Gläubige verletzt wurden, 5 von ihnen mussten in Krankenhäuser aufgenommen werden. Der Rote Halbmond berichtete außerdem, dass ihre Mitarbeiter:innen von den Besatzern behindert wurden, die Verletzten zu evakuieren.

“Sanitäter anzugreifen ist ein Verbrechen, Journalisten anzugreifen ist ein Verbrechen, das Stürmen von Gotteshäusern & das Schießen auf Gläubige ist ebenfalls ein Verbrechen. Man darf das nicht herunterspielen. Das sind keine “Zusammenstöße”. Es ist ein Angriff. Al Aqsa & Jerusalem sind nicht “umkämpft”, sie sind besetzt. Danke“ — Nour Odeh, politische Analystin, Journalistin, Beraterin für öffentliche Diplomatie & ehemalige Sprecherin der Palästinensischen Behörde

Anschließend drangen gestern 545 Rechtsradikale, israelische Siedler:innen & jüdische Extremist:innen in die Al Aqsa-Moschee ein, begleitet von der Besatzungsarmee, nachdem sie zuvor die Moschee von Gläubigen geräumt & verhaftet hatten. Nach dem Übergriff durch die Besatzungssoldat:innen auf muslimische Gläubige kam es zu Steinwurfangriffen von Palästinenser:innen gegen Busse, die die Siedler:innen, Extremist:innen & Rechtsradikalen zum Gelände der Al Aqsa-Moschee fuhren.

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Heute morgen wiederholten sich die Ereignisse: Die israelische Besatzungsarmee feuerte auch mit gummi-ummantelte Stahlgeschossen auf die Menschen (deren Einsatz führt immer wieder zu schweren Verletzungen & Todesfällen & ist daher in Israel verboten, in den besetzten Gebieten jedoch nicht). Unter anderem zerschlugen sie die Fenster des südlichsten Gebäudes der Al-Aqsa-Moschee, in dem sich Dutzende von Gläubigen aufhielten. Die israelischen Streitkräfte sperrten erneut Hunderte von muslimischen Gläubigen in den Gebetshallen ein. Während & nach dem Angriff tourten 561 israelische Siedler:innen, Extremisten & Rechtsradikale die Al Aqsa-Moschee.

Extremistische jüdische Gruppen, insbesondere die Tempelberg-Bewegung, hatten dazu aufgerufen, das Gelände in dieser Woche ab Sonntag in großer Zahl zu stürmen, um das Pessachfest zu feiern & ein Pessachopfer zu bringen, was gegen die Status-quo-Vereinbarungen über die Religionsausübung an der Stätte verstößt.

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Schon am Freitag stürmten israelische Soldat:innen in großer Zahl Al Aqsa-Moschee & hatten die Gläubigen, die sich am zweiten Freitag des Ramadan zum Al-Fajr-Gebet versammelt hatten, brutal angegriffen, wobei etwa 153 Menschen verletzt & 400 verhaftet wurden. Vor allem im vom Israel abgeriegelten, unter Totalblockade leidenden Gazastreifen wächst die Sorge vor erneuten israelischen Bombenangriffen — die gleichen Ereignisse führten während des Ramadan 2021 zu einem der tödlichsten israelischen Angriffe auf Gazas Zivilbevölkerung der letzten Jahre. Letztes Jahr gab es zu dieser Zeit tagelang solche Angriffe der Besatzungsarmee gegen Gläubige in der Al Aqsa-Moschee. In Verbindung mit zeitgleichen Angriffen gegen die — noch heute — von Zwangsvertreibung bedrohten Einwohner:innen des Jerusalemer Viertels Silwan griffen palästinensische Widerstandsgruppen in Gaza Israel an, nachdem dieses mehrere Ultimaten zur Beendigung der Gewalt verstreichen ließ: In der Folge kam es zu 11 Tage währenden, schweren Bombardements gegen die palästinensische Zivilbevölkerung in der abgeriegelten Enklave durch Israel — 248 Palästinenser:innen starben, darunter 66 Kinder. Die Menschen fürchten nun eine Wiederholung israelischer Luftangriffe.

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