“Jeder Gefangene hatte gebrochene Knochen” 

“Jeder Gefangene hatte gebrochene Knochen” 

Heute wurden mehrere Videos öffentlich, die extreme Gewalt, Folter und Demütigung palästinensischer Zivilisten und Gefangenen durch israelische Soldat:innen dokumentieren.

Ein von Euro-Med Human Rights Monitor geprüftes Video wurde in der Stadt Yatta im Süden des Westjordanlandes aufgenommen. Zu sehen sind Palästinenser , die von israelischen Soldat:innen nackt über den Boden geschleift und geschlagen werden. Die Palästinenser sind dabei an Händen und Füßen gefesselt und wurden offenbar über mehrere Stunden hinweg festgehalten. Das Video wurde von einem Account veröffentlicht, in dem israelische Soldat:innen mit der Folterung palästinensischer Häftlinge prahlen.

Bei mindestens drei Gefangenen wird auf den Videos die sogenannte “Reifenmethode” angewandt, bei der das Opfer gezwungen wird, die Position eines Autoreifens einzunehmen. Anschließend werden die Opfer hochgehoben, aufgehängt und brutal geschlagen, Hilferufe werden ignoriert.

Eine weitere auf den Videos zu sehende Foltermethode ist die “Geister” — Technik. Hier werden die Opfer an einem Haken oder Türgriff aufgehängt und an den Handschellen hochgehoben, so dass nur die Fußzehen den Boden berühren. In dieser Position werden die Opfer massiv geschlagen.

Auf einem anderen Video ist zu sehen, wie zwei Palästinenser in Zivilkleidung mit verbundenen Augen von einem israelischen Soldaten dazu gezwungen werden die israelische Nationalhymne zu singen.

Eine, aus Furcht vor Repression anonym bleibende, Person berichtete gegenüber Euro-Med Human Rights Monitor, dass in dem Gefangenenlager, in dem er festgehalten wurde, jeder Gefangene gebrochene Knochen gehabt habe. Die weißen Bärte der älteren Männer seien rot vom Blut gewesen.

Die Misshandlung und Folterung von Gefangenen ist in Israel gängige Praxis, allerdings scheint die Gewalt aktuell ein neues Ausmaß anzunehmen. Beides ist nach internationalem Recht streng verboten und stellt ein Kriegsverbrechen dar, betonte Euro-Med Human Rights Monitor.

Seit dem 07. Oktober wurden insgesamt mehr als 1.740 Palästinenser*innen in der besetzten Westbank von Israel gefangen genommen. Die Inhaftierten, darunter auch Familienangehörige von Occupied News, haben aktuell in der Regel keinerlei Kontakt zu ihren Familienangehörigen oder Anwälten. Die Videoaufnahmen zeigen nur einen Bruchteil der Gewalt, die aktuell in den Gefängnissen der Besatzung begangen wird.

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