Szene aus “Rückkehr nach Haifa” - Screenshot aus dem Trailer (Youtube)

Filmtipp – “Return to Haifa (1982)

Ein Film des Regisseurs Kassem Hawal

Link zum Trailer: https://www.palestinefilminstitute.org/en/pfp/archive/return-to-haifa

“Return to Haifa”, auf Deutsch “Rückkehr nach Haifa”, basiert auf dem gleichnamigen, auch auf deutsch erschienenen Roman Ghassan Kanafanis. Dessen Handlung spielt sich im Jahr 1967 ab, als palästinensische Flüchtlinge, die in den neu besetzten Gebieten des Westjordanlandes & Gazas leben, kurzzeitig die Gelegenheit hatten, die Orte im heutigen Israel zu besuchen, aus denen sie 1948 mit Gewalt vertrieben worden waren.

1948 wurden Tausende Palästinenser in Haifa durch den Angriff zionistischer Milizen zur plötzlichen Flucht getrieben. Das Ehepaar Saeed & Safiyya wurde dabei durch unglückliche Umstände von ihrem 5 Monate alten Sohn getrennt. Sie versuchten erfolglos, zu ihrem Haus & dem Kind zurückzukehren, und dann wurde die Grenze zum neu ausgerufenen Staat Israel für Palästinenser geschlossen. Erst 20 Jahre später betreten sie Haifa wieder. Ihr Sohn Khaled lebt noch in ihrem Haus, doch er trägt eine israelische Soldatenuniform und heißt Dov. Er wurde von jüdischen Einwanderern adoptiert, die in das Haus der vertriebenes Paares Safiyya & Saeed einzogen. Miriam, eine Holocaust-Überlebende und jetzt jüdische israelische Staatsbürgerin lässt die Eltern & Vertriebenen in ihr Haus ein. In der sich entfaltenden Handlung wirft Ghassan Kanafani grundlegende Fragen auf: Wie fühlt es sich an, vertrieben zu sein? Was bedeutet Heimat? Was wiegt mehr, Familie oder Erziehung? Rechtfertigt ein Unrecht das andere?
Diese tragische Begegnung, die der Film bzw. sein zugrunde liegender Roman schildert, steht symbolisch dafür, dass die Nakba (die gewaltsame Vertreibung des palästinensischen Volkes aus ihrer Heimat) nicht nur eine Tragödie für die Palästinenser selbst ist, sondern auch die Tragödie israelischer Juden, die sich der Konfrontation mit dieser schrecklichen Vergangenheit nicht entziehen können und dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Vor 48 Jahren, am 08. Juni, wurden der palästinensische Schriftsteller & Aktivist Ghassan Kanafani sowie seine 17-jährige Nichte Lamis in Beirut durch eine israelische Autobombe getötet.
Kanafani gilt als der bedeutendste Schriftsteller des pal. Widerstandes & als inspirierender politischer Kämpfer. Sein literarisches Werk ist eng mit seinem Lebenslauf & der politischen Entwicklung in und um Palästina verbunden.

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