Feierliche Ungleichheit

Das Herannahen des jüdischen “Chayei Sarah” (Sarah-Tag oder Leben der Sarah) nutzt die israelische Besatzungsarmee gerade als Vorwand, um im Bereich der Ibrahimi-Moschee im besetzten Hebron (arab. Al Khalil) weitere Beschränkungen durchzusetzen, die Palästinenser*innen das Leben noch mehr erschweren. So begrenzt die Besatzung die Zahl der palästinensischen Personen, die die Moschee betreten dürfen, noch weiter, nicht jedoch die der Siedler*innen, die diese nicht nur mitnutzen, sondern auch regelmäßig diese stürmen. Überall in der Altstadt wird die Militärpräsenz weiter verstärkt & Straßen erneut nach Nationalität bzw. Religionszugehörigkeit getrennt: Metallzäune teilen die Straße in eine Hälfte nur für Siedler*innen & eine für die Palästinenser*innen, wobei, wie auf dem Foto zu sehen ist, die schmale für Palästinenser*innen gedacht ist.

Straßenapartheid im besetzten Al Khalil (Hebron), 13.11.2020. Via Christian Peacemaker Teams Palestine
Isr. Militärcheckpoints schränken den Zugang zur Ibrahimi-Moschee massiv ein — nun ist reduziert die Besatzung auch noch die Zahl an Palästinenser*innen, die sie betreten dürfen. Besetztes Al Khalil (Hebron), 13.11.2020. Via Christian Peacemaker Teams Palestine

Zum 4. Mal innerhalb weniger Monate klebten diese Woche Siedler in Begleitung & mit Unterstützung von isr. Soldat*innen eine Steinfliese mit jüdischem Kerzenleuchter (Menora) an pal. Eigentum in Hebrons Altstadt & zwar wieder am Eingang des alten Marktes (s. Video). Mit solchen gefälschten “antiken” Fliesen versuchen Siedler*innen die Besitzverhältnisse & Geschichte der arabischen Altstadt umzuschreiben, um ihren Besitzansprüchen eine vermeintliche historische Basis zu verleihen. Dieser “antike” Fliesenstein wurde bereits 3 Mal angebracht, aber immer von Palästinenser*innen entfernt.

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