Faz3a: Dringender Hilferuf – jeder kann helfen
Foto: Aus der Webseite der Kampagne

Faz3a: Dringender Hilferuf – jeder kann helfen

Am 09.07.2024 wurde eine neue Kampagne gestartet, um die palästinensischen Gemeinden im Westjordanland vor den Angriffen der israelischen Siedler und Soldaten zu schützen. Der Aufruf appelliert an Menschen aus der ganzen Welt, sich am zivilen Widerstand im Westjordanland zu beteiligen.

Faz3a ist der Name, der für die Kampagne gewählt wurde und basiert auf einem arabischen Wort, welches in der Alltagssprache als dringender Hilferuf verwendet wird: Von anständigen Menschen wird erwartet, dass sie dem Ruf nachgehen, indem sie alles beiseite legen, auch Streitigkeiten mit der bedürftigen Person, und zur Hilfe kommen.

Während der andauernde Völkermord in Gaza zu Recht sehr viel internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist die Lage im Westjordanland ebenfalls katastrophal, worüber jedoch kaum berichtet wird. Mindestens 25 Gemeinden und Dörfer im Westjordanland wurden von der israelischen Armee oder aufgrund von Siedlerangriffen geräumt, was bedeutet, dass in den letzten 9 Monaten über 18.000 Palästinenser vertrieben wurden. Das ist ein deutlicher Anstieg der ohnehin schon stark ansteigenden Zahl von israelischen Angriffen auf Palästinenser im Westjordanland.

Alte Tradition – neue Struktur

„Faz3a ist eine Kampagne, die sich auf den palästinensischen Volksaufstand und die Basisorganisation stützt und dazu aufruft, aktiv und vor Ort gegen die israelische Gewalt im Westjordanland einzuschreiten, indem ein groß angelegter internationaler Zivilschutz organisiert wird“, heißt es in einem Merkblatt von Faz3a, das Occupied News vorliegt.

Die Idee ist einfach: Die Anwesenheit von internationalen Gästen zwingt die israelische Armee, die Siedler zu kontrollieren und ihre Gewalt einzudämmen. Es ist ein Mittel des zivilen Widerstands und der praktischen Solidarität. Es handelt sich um eine jahrzehntelang erprobte Methode der Solidarität mit den Palästinensern. Dies ist seit Jahren besonders in der Zeit der Olivenernte unerlässlich, wenn Zehntausende palästinensische Bauern ihre Ernte für das ganze Jahr einfahren wollen und dabei von Siedlern bedroht werden, die versuchen die Ernte entweder zu verhindern, zu stehlen oder zu verbrennen. Die Anwesenheit von internationalen Gästen, die die Ernte begleiten und daran teilnehmen, hält Siedler von solchen gewaltsamen Übergriffen meist ab. Occupied News berichtete darüber in einem Interview mit einem Organisator solcher Zivilschutzmaßnahmen mit internationalen Gästen.

Die Freiwilligen nehmen für die Zeit ihres Aufenthaltes im besetzten Westjordanland am Leben der palästinensischen Bewohner teil und erleben die Situation vor Ort aus erster Hand, begleitet und geführt von erfahrenen Organisatoren.

Das Prinzip der gegenseitigen Fürsorge unter den Aktivisten und mit den Einheimischen ist ebenso wichtig wie die Übernahme von Verantwortung, sagte einer der Organisatoren bei einem Vorbereitungstreffen. Praktische Solidarität ist der Eckpfeiler der Kampagne und der Arbeitsweise

„Faz3a ist kein Versuch, bestehende Initiativen zu ersetzen, sondern eine Dynamik zu schaffen und die vorhandenen Kapazitäten zu erweitern, in Abstimmung mit bestehenden Gruppen und Initiativen, die bereits vor Ort aktiv sind“, heißt es in der Broschüre weiter. Faz3a ist ein Bündnis, an dem diese Initiativen zusammenkommen und ihre Anstrengungen und Ressourcen teilen können, um eine Dynamik zu schaffen, die hoffentlich in der Lage ist, die wachsenden Herausforderungen zu bewältigen.

Mitmachen

Um sich an der Kampagne zu beteiligen, finden Sie auf der Website ein Kontaktformular. Im deutschsprachigen Raum organisiert eine Kerngruppe Möglichkeiten, um Delegierte und Kurse für diejenigen zu organisieren, die bereit sind, sich freiwillig zu engagieren und teilzunehmen. Diejenigen, die bei der Organisation helfen wollen oder bereit sind, in Solidaritätsreisen bzw. -besuchen teilzunehmen, können sich an Faz3a wenden oder sich mit der lokalen Solidaritätsgruppe in ihrer Gegend in Verbindung setzen.

Die Seite der Kampagne:

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