Es regnet Erpressung

(Bild: Twitter)

Palästinensische Quellen und „Haaretz“ berichten von Maßnahmen von Erpressung, die eine neue psychologische Kriegsführung des israelischen Militärs zeigen.

Wie mehrere palästinensische Quellen in den letzten Tagen berichteten und nun auch „Haaretz“ recherchierte, hat die IDF eine neue Kampagne gegen die Zivilbevölkerung in Gaza gestartet, diesmal mit geheimen Informationen und Erpressung. So hat die IDF Fotos und private Informationen von Personen in Gaza veröffentlicht hat, die, nach Berichten der Haaretz-Journalistin Amira Hass, angeblich für die interne Sicherheit der Hamas gearbeitet haben. Die Veröffentlichung erfolgte durch Flugblätter, die über Moscheen abgeworfen wurden. Die Flugblätter enthielten Fotos und Ausweisnummern der angeblichen Sicherheitsbeamten und behaupteten, dass die IDF private Informationen über diese Personen sowie über Hunderte von Tausenden anderer Menschen besäß, wie z. B. Sexualität oder außereheliche Beziehungen, und dass diese Informationen möglicherweise enthüllt werden.

Am Ende des Flugblatts, das den Namen „Al-Kashef“ („Der Entblößer“) trägt, befindet sich ein Barcode für eine Website mit dem Hinweis „Melde dich, wenn du nicht möchtest, dass dein Foto auch hier erscheint“. Auf der Webseite kann man seine Personalausweisnummer eingeben, angeblich um herauszufinden, ob die IDF Informationen über die Person speichert. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Website so auch dazu dient, weitere Ausweisnummern oder Einzelheiten über Personen zu sammeln, die Gründe für Angst vor einer solchen Erpressung haben.

Die israelische Armee behauptet gegenüber „Haaretz“, die Informationen durch ihre „Einheit zur Sammlung von Dokumenten und technischer Beute“ während der Invasion gesammelt zu haben, und dass es für diese Aktion eine richterliche Genehmigung gegeben habe – was zeigt, dass die israelische Justiz für diese Art von Erpressung mitverantwortlich ist. Dieselbe Justiz übrigens, von der zionistische Sprecher oft behaupten, sie könne sich selbst untersuchen und damit die Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofs negieren.

Die Menschen in Gaza geben sich in den sozialen Medien gelassen. Es sei völlig normal, dass der Heimatschutz Informationen sammle, um sich vor Spionage und Bedrohungen zu schützen, sagen viele. Laut Berichten auf Twitter (siehe unten), die Haaretz auch zitiert, habe die IDF ohnehin die Kontrolle über die Melderegister in Gaza und damit Zugang zu diesen Informationen. Andere Bewohner berichten, während die Menschen in Gaza hungern und ums nackte Überleben kämpfen, sei es sehr unwahrscheinlich, dass solche Maßnahmen jemanden stören oder den gewünschten Effekt dieser „psychologischen Kriegsführung“ erzielen würden.

Bisher scheint das einzige Ergebnis dieser Erpressungsversuche die Heuchelei der zionistischen Propaganda zu entblößen – während Israel LGBTQ-Rechte ständig als Waffe benutzt, um den Genozid in Gaza zu rechtfertigen, benutzt sein Militär LGBTQ-Menschen selbst als Waffe gegen ihre Nachbarn und die bewaffneten Widerstandsgruppen, die sie vor dem Genozid verteidigen.

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