Ein israelisches Problem —  zu viele Impfdosen werden schlecht…

In den vergangenen Tagen beschwerte sich der Pharmakonzern “Pfizer”, dass israelische Privatfirmen versuchen Millionen ihrer Impfdosen an Drittländer zu verkaufen: Frankreich & den Niederlanden wurden mehr als 30 Millionen Dosen angeboten, der Schweiz rund 3 Millionen. Das widerspricht dem Deal des Pharmaunternehmens mit Israel.

Israel hat die gesamte israelische Bevölkerung, auch in den Siedlungen, geimpft & darüber hinaus Impfdosen an andere Länder “im Tausch” gegen politische Entscheidungen verkauft. Millionen Palästinenser*innen hingegen, die im Westjordanland & Gaza unter israelischer Militärherrschaft leben, erhielten keine Impfdosen — obwohl Israel als Besatzungsmacht für die Versorgung & Gesundheit der Besetzten gemäß Völkerrecht verantwortlich ist. Diese Impfungleichheit hatte international heftige Kritik ausgelöst. In den letzten Monaten starben Tausende Palästinenser*innen an oder mit Corona.

Die Gleichgültigkeit der Besatzung gegenüber palästinensischem Leben kam kurz darauf noch einmal deutlich zum Vorschein: Israel versuchte jüngst, kurz vor dem Verfallsdatum stehende Covid-19-Impfdosen gegen eine zukünftige Lieferung von Pfizer zu tauschen. Laut Medienberichten beabsichtigte Israel, über eine Million fast abgelaufener Vakzindosen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zu liefern. Rein logistisch wäre es unmöglich, unter den gegeben Umständen diese rechtzeitig vor dem zeitnahen Verfallsdatum zu verimpfen. Dennoch fiel auf israelischer Seite die Formulierung des „Gebens“ oder „Teilens“, als ob man hier einen großzügigen Gefallen leisten würde.

Die PA hatte bei Pfizer Impfdosen bestellt, die Lieferung soll im Herbst eintreffen. Israel hatte angeboten, eine gleiche Menge von seinem riesigen Bestand der PA auszuleihen, dafür dann aber „die frischen“ von Pfizer im Herbst zu nehmen. Nach der ersten Charge hat die PA den ganze Deal abgesagt, da die Dosen zu nah am Ablaufdatum sind.

Das kann Sie auch interessieren:

Wie es ist, in Gaza schwanger zu sein

Wie es ist, in Gaza schwanger zu sein

Rund 50.000 schwangere Palästinenserinnen im belagerten Gazastreifen haben seit Beginn des Krieges keinen Zugang zur Schwangerschaftsvorsorge