Drei palästinensische Teenager innerhalb von 24 Stunden getötet, unter anderem wegen Steinwürfen

Drei palästinensische Teenager innerhalb von 24 Stunden getötet, unter anderem wegen Steinwürfen

Zur Tötung des 17-Jährigen erklärte die israelische Armee, dass “Verdächtige Steine” auf die eindringenden Truppen “geworfen hätten” und “ein Treffer bestätigt wurde”. Die beiden anderen waren ebenfalls unbewaffnet.

zwei der getöteten Palästinenser (Fotos von den Familien. Design von Instagram: @eye.on.palestine)

Am Freitag wurde ein 17-jähriger Palästinenser, Mohammad Albayed, von der israelischen Armee im Dorf Umm Safa in der Nähe von Ramallah getötet, ein weiterer wurde schwer verletzt. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurde Albayed in den Kopf geschossen. Die Besatzungsarmee und die Grenzpolizei erklärten, ihre Kräfte hätten das Feuer auf Verdächtige eröffnet, die Steine geworfen hätten, und “ein Treffer [des Feuers] wurde bestätigt”.
Umm Safa ist seit Wochen Ziel ständiger Angriffe von Siedlern, die Häuser und Fahrzeuge der Bewohner verbrannten, mit scharfen Kugeln auf ihre Häuser und Einrichtungen schossen und vor fast zwei Wochen einen jungen Mann töteten.

In einem weiteren Vorfall am Freitag eröffnete die israelische Armee das Feuer auf ein palästinensisches Auto und beschoss es mit mehr als 40 Kugeln. Der 19-Jährige Fahrer, Mohammad Makhalfa, wurde getötet, sein Beifahrer wurde verwundet und von der Armee festgenommen. Die israelische Armee behauptete, das Auto sei “auf sie zugerast” und habe versucht, sie zu rammen. Der Erklärung zufolge war die Armee in dem besetzten Dorf Sebastia in der Nähe von Nablus bei der Durchführung einer “proaktiven Aktion”.

Die Windschutzscheibe des Autos, in dem Makhalfa in Sebastia unterwegs war. (Twitter)

Das palästinensische Außenministerium sagte am Samstag, dieser Mord sei ein “Ergebnis der Erleichterungen, die die israelische Regierung den Besatzungssoldaten gewährt, um auf palästinensische Bürger zu schießen, sie als Schießscheiben zu behandeln, zu trainieren und sie kaltblütig zu töten.” Das Ministerium bekräftigte, dass “die widersprüchlichen Darstellungen der Besatzung über die Umstände seines Verbrechens ein Beweis für die Lügen dieser Darstellungen sind.” Im Statement des Ministeriums hieß es weiter: “das Abfeuern von Kugeln auf das Fahrzeug [..] ist ein Ausdruck des Ausmaßes von Hass, Hetze, Rassismus und vorsätzlichem Mord, und dies macht jedes palästinensische Fahrzeug für die Besatzungssoldaten verdächtig, und damit zu einem Fahrzeug auf das geschossen werden kann, und die darin befindlichen Personen getötet werden können”.

Am Donnerstagabend wurde ein 19-jähriger Palästinenser namens Badr Masri von den israelischen Streitkräften in Nablus getötet. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden vier weiteren Palästinenser durch israelische Schüsse verwundet und 30 erlitten eine Tränengasinhalation, darunter ein Baby und ein 12-jähriges Mädchen. In der palästinensischen Stadt kam es immer mal wieder dazu, dass jüdische Extremist*innen zusammen mit Soldat*innen einfallen, um religiöse Zeremonien zu begehen. Diesmal waren der israelische Polizeichef und der Armeekommandant des besetzten Westjordanlandes zugegen, begleitet, laut Haaretz, von einer ungewöhnlich großen Zahl israelischer Soldat*innen und einer Spezialeinheit der Polizei. Neben den Bewohner*innen, die den Eindringlingen mit Steinen und Feuerwerk entgegentraten, beteiligten sich auch bewaffnete Widerstandsgruppen an den Auseinandersetzungen mit den Invasoren.

Die israelische Armee führt wöchentlich zahlreiche Razzien und Invasionen in palästinensischen Dörfern und Städten im Westjordanland durch. Die Palästinenser*innen protestieren gegen diese Überfälle und konfrontieren die Streitkräfte oft mit Steinen und Feuerwerkskörpern. In den letzten zwei Jahren haben sich an verschiedenen Orten im Westjordanland neue Zellen bewaffneter Widerstandsgruppen gebildet, die sich diesen Übergriffen entgegenstellen.

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“Der tödlichste Ort für Journalisten”

Seit dem 07. Oktober wurden 18.787 Palästinenser:innen in Gaza getötet. Der UN zufolge konnten bisher nur 500 verletzte Palästinenser:innen und andere Personen mit medizinischem Behandlungsbedarf aus dem Gazastreifen evakuiert werden. Das entspricht gerade einmal 1 Prozent der 50.500 Verletzten. Dabei würden 8.000 von ihnen sofortige Hilfe benötigen.