Die Bomben überleben, aber nicht den Hunger & die Krankheiten — Daily Update

Die Bomben überleben, aber nicht den Hunger & die Krankheiten 

Während mehrere internationale Hilfsorganisationen von “apokalyptischen” Zuständen sprechen & der UN-Generalsekretär den Weltfrieden in Gefahr sieht, legen die USA ihr Veto gegen einen Aufruf zur Beendigung des Krieges ein.

  • In 36% der Haushalte im Gazastreifen herrscht großer Hunger, so das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). In weiteren 52% herrscht mäßiger Hunger, in 91% der Haushalte gaben die Befragten an, hungrig zu Bett zu gehen & 63% berichteten, dass sie ganze Tage ohne Nahrung aushalten müssen. Im Norden der Enklave ist die Situation deutlich schlimmer, so WFP.
  • Internationale Hilfsorganisationen haben in einer Videokonferenz Alarm geschlagen, sprachen von einer “apokalyptische” Situation im Gazastreifen nach mehr als zwei Monaten Gaza-Krieg & warnten vor Hunger sowie dem Ausbruch von Krankheiten, wie AFP berichtet.
    “Die Situation in Gaza ist nicht nur eine Katastrophe, sie ist apokalyptisch… mit potenziell irreversiblen Folgen für das palästinensische Volk”, sagte Bushra Khalidi von Oxfam, “Israels sichere Zonen im Gazastreifen sind eine Fata Morgana”, fügte sie hinzu.
    “Denjenigen, die die Bombardierung überlebt haben, droht nun der Tod durch Verhungern & Krankheiten”, sagte Alexandra Saieh von Save the Children. “Unsere Teams berichten uns von Maden, die aus den Wunden gepickt werden &von Kindern, die ohne Betäubung amputiert werden.”
    “Es gibt einfach keine sicheren Orte in Gaza & das wissen wir seit der (israelischen) Anweisung, die Menschen auffordert, aus dem nördlichen Gazastreifen in den Süden zu fliehen”, sagte Shaina Low vom Norwegischen Flüchtlingsrat.
  • Die Regionaldirektorin von UNICEF für den Nahen Osten & Nordafrika, Adele Khader, erklärte am Samstag, der Gazastreifen sei für Kinder zum gefährlichsten Ort der Welt geworden.
  • Die Regionaldirektorin des WFP für den Nahen Osten, Nordafrika & Osteuropa, Corinne Fleischer, sagte am Samstag, dass “die einzige Möglichkeit, die Gefahr einer Hungersnot im Gazastreifen zu beseitigen, ein Waffenstillstand ist, der einen umfassenden Zugang zu Nahrungsmitteln ermöglicht”. Fleischer sagte, sie habe 20 Jahre lang in Notsituationen gearbeitet, “aber nichts ist mit dem vergleichbar, was ich heute in Gaza gesehen, gehört oder gefühlt habe”.
  • Die USA haben erneut Veto gegen einen Vorschlag für einen sofortigen humanitären Waffenstillstand im Gazastreifen eingelegt. Dieser Schritt Washingtons wurde weltweit verurteilt. 13 Mitglieder des Sicherheitsrats stimmten für einen kurzen Resolutionsentwurf, der am Freitag von den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgelegt wurde, während sich Großbritannien der Stimme enthielt. Die Generalsekretärin von Amnesty sagte, das Veto der USA zeige “eine gefühllose Missachtung des Leidens der Zivilbevölkerung angesichts einer erschütternden Zahl von Todesopfern”, während Ärzte ohne Grenzen von einer “Abstimmung gegen die Menschlichkeit” sprach.
  • Die Abstimmung erfolgte, nachdem Guterres zum ersten Mal seit 1989 auf den selten genutzten Artikel 99 der UN-Charta zurückgegriffen hatte, um dem Rat “jede Angelegenheit zur Kenntnis zu bringen, die seiner Meinung nach die Aufrechterhaltung des Weltfriedens & der internationalen Sicherheit gefährden kann”.
  • Am Freitagabend erklärte das amerikanische Außenministerium vor dem US-Kongress, dass die 13.000 Panzergranaten sofort an das israelische Militär gehen sollen, ohne dass die übliche 20-tägige Überprüfungsfrist eingehalten werden muss. Heute hat auch das US-Verteidigungsministerium weitere Waffendeals an Israel bekannt gegeben.
  • Der Sprecher der israelischen Armee bestritt, dass die USA eine Frist für die Dauer der Gaza-Invasion gesetzt haben & sagte, dass es Monate oder sogar länger dauern könnte. Auch der amerikanische Außenminister bestritt gestern, dass es eine Frist für den Krieg gibt, obwohl er zugab, dass es eine “Lücke” zwischen der von Israel angekündigten Absicht, keine Zivilisten zu verletzen & der Realität gibt.
  • Die israelische Armee hat die Zahl der getöteten Soldat:innen & Offiziere seit Beginn der Bodeninvasion auf 102 erhöht, darunter der Sohn eines derzeitigen Ministers & ehemaligen Armeechefs. Allein in den letzten Tagen wurden über 20 getötete Soldat:innen gemeldet.
  • Die israelische Zeitung “Yedeot Ahronot” berichtet, dass seit Beginn des Krieges 5000 Soldat:innen verletzt wurden, 58 % davon mit schweren Verletzungen an den Gliedmaßen, von denen einige amputiert werden mussten. Die Krankenhäuser nehmen täglich 60 verletzte Soldat:innen auf. Diese Zahlen beziehen sich nicht auf das normale Militär, sondern nur auf Reservesoldat:innen & Sicherheitskräfte.
  • Die Hamas gab gestern bekannt, dass bei dem Versuch der israelischen Armee, einen von der entführten Soldaten zu befreien, der Soldat zusammen mit einigen der Soldat:innen, die ihn retten wollten, bei dem Kampf getötet wurde. Die Hamas veröffentlichte ein Video, auf dem der Soldat lebend zu sehen ist & in dem es heißt, dass er seit 40 Tagen als Geisel festgehalten wird, was darauf hindeutet, dass er Mitte November entführt wurde. Das Video schneidet dann zu dem Ort, an dem der Kampf angeblich ausbrach & endet mit dem toten Körper des Soldaten, der mit Blut bedeckt ist & ein verunstaltetes Gesicht hat.
  • Die jemenitischen Streitkräfte (Houthi) kündigten heute an, dass sie ihre bisherigen Angriffe auf israelische Schiffe, die die Meeresstraße von Bab al-Mandab passieren, auf alle Schiffe ausweiten werden, die nach Israel fahren, bis die Belagerung des Gazastreifens aufgehoben ist.
  • Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden mind. 17.700 Menschen seit dem 07. Oktober getötet & ca. 1,9 Mio der 2,4 Mio Einwohner:innen der Küstenenklave vertrieben. Weitere 273 Palästinenser:innen wurden seit Beginn des Krieges gegen Gaza im Westjordanland getötet von Siedler:innen & Besatzungssoldat:innen getötet.

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