Die Angst in Gaza bleibt

Am vierten Tag der israelischen Bombardierung des belagerten Gazastreifens in Folge wurden mindestens zwei Palästinenser getötet und mehrere weitere verwundet.

Einer der bei dem Luftangriff auf eine Wohnung am heutigen Freitag Getöteten war ein hochrangiger Anführer der Widerstandsgruppe Palästinensischer Islamischer Jihad (PIJ), berichteten lokale Medien. Damit stieg die Gesamtzahl der bei den Bombardierungen in dieser Woche getöteten Palästinenser:innen in Gaza auf mindestens 33, darunter 7 Kinder & 4 Frauen, sowie mehr als 110 Verwundete. Auf israelischer Seite gibt es bisher ein Opfer, eine 70-jährige Frau.

Jennifer Austin, Leiterin der Außenstelle des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNRWA) im Gazastreifen, erklärte, die humanitäre Lage sei bereits jetzt “katastrophal”. “Es ist eine wirklich schlechte Situation nach 16 Jahren wirtschaftlicher und sozialer Blockade [durch Israel, welches den Gazastreifen seit 16 Jahren von der Außenwelt völkerrechtswidrig abriegelt]”, sagte Austin gegenüber Al Jazeera. “Die Menschen hier sind nicht sehr hoffnungsvoll … sie sind am Ende ihrer Bewältigungsmechanismen”, sagte sie.

Trotz der tagelangen Bombardierung habe das UNRWA sein Programm zur Verteilung von Nahrungsmitteln und zur Verbesserung der sanitären Verhältnisse in den Flüchtlingslagern fortgesetzt, sagte Austin. Die 22 Gesundheitszentren der Organisation sind ebenfalls noch in Betrieb.

In der Zwischenzeit bemühen sich Ägypten, Katar & die Vereinten Nationen um die Vermittlung eines Waffenstillstands. Die Vertreter des Islamischen Jihad haben gemischte Signale zu den Gesprächen ausgesandt. Der hochrangige Vertreter Ihasan Attaya beklagte sich am Freitag, dass die Vermittler “nicht in der Lage gewesen seien, uns irgendwelche Garantien zu geben”. Ein Knackpunkt sei die Forderung des Islamischen Jihad, dass Israel seine Politik der gezielten Tötungen einstelle, so Attaya.

Die Kämpfe dieser Woche begannen am Dienstag, als Israel gleichzeitige Luftangriffe flog, bei denen drei Kommandeure des Islamischen Jihad sowie mindestens 10 Zivilisten — einige von ihnen Ehefrauen, Kinder und Nachbarn — getötet wurden, als sie in ihren Häusern schliefen. Israel brach damit eine zuvor vereinbarte Waffenruhe.

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