Denn es geht um das Leben

Abiturergebnisse: 2 Portraits am heutigen Freudentag
Ermordung des Schriftstellers Kanafani: Ein Gedenktag — eine Buchempfehlung

“We teach life” — Rafeef Ziadah, palästinensische Poetry Slammerin

“So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer unverzagt und lächelnd. Trotz alledem.” — Rosa Luxemburg

Heute wurden in Palästina die Ergebnisse der Abiturprüfungen verkündet. Zwei hervorragende Abiturientinnen möchten wir bei dieser Gelegenheit vorstellen:
Mariam Abu Matar wurde während des Great March of Return — einer Demonstration pal. Flüchtlinge in Gaza für ihr von der UN-verbrieftes Recht auf Rückkehr in ihre Heimat — von isr. Scharfschützen verletzt. So lernte sie während ihres Krankenhausaufenthaltes für ihr Abitur. Heute erhielt sie ihr Ergebnis: 81%!

Qamar Ghalban, ebenfalls aus Gaza, verlor ihren Vater bei einem israelischen Luftangriff im vergangenen Monat während ihres Zweitexamens. Trotzdem erzielte sie heute ein ausgezeichnetes Ergebnis und beschloss, das Grab ihres verstorbenen Vaters zu besuchen, um ihm zu ihrem Erfolg zu gratulieren.

Ein Gedenktag, eine Buchempfehlung:

Ermordung Ghassan Kanafanis — Rückkehr nach Haifa

Vor 48 Jahren, am 08. Juni, wurden der palästinensische Schriftsteller & Aktivist Ghassan Kanafani sowie seine 17-jährige Nichte Lamis in Beirut durch eine israelische Autobombe getötet.

Kanafani gilt als der bedeutendste Schriftsteller des palästinensischen Widerstandes & als inspirierender politischer Kämpfer. Sein literarisches Werk ist eng mit seinem Lebenslauf und der politischen Entwicklung in und um Palästina verbunden. 
Wir möchten euch (als Einstieg in seine Werke) das Buch “Rückkehr nach Haifa” ans Herz legen: 
1948 werden Tausende Palästinenser in Haifa durch den Angriff zionistischer Milizen zur plötzlichen Flucht getrieben. Ein Ehepaar wird durch unglückliche Umstände von ihrem 5 Monate alten Sohn getrennt. Sie versuchen erfolglos, zu ihrem Haus und dem Kind zurückzukehren, und dann wird die Grenze zum neu ausgerufenen Staat Israel geschlossen. Erst 20 Jahre später betreten sie Haifa wieder. Ihr Sohn Khaled lebt noch in ihrem Haus, doch er trägt eine israelische Uniform und heißt Dov. Er wurde von jüdischen Einwanderern adoptiert. Ghassan Kanafani wirft grundlegende Fragen auf: Wie fühlt es sich an, vertrieben zu sein? Was bedeutet Heimat? Was wiegt mehr, Familie oder Erziehung?

Ghassan Kanafani (assafir.com)

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