Angriff auf Nasser-Krankenhaus & zwei Journalisten

Angriff auf Nasser-Krankenhaus & zwei Journalisten

Bild: Getty images / Arab48

In diesem Beitrag fassen wir die letzten Nachrichten zusammen

Gaza – Journalist:innen & medizinische Einrichtungen im Visier

  • Die israelischen Besatzungstruppen haben den Al Jazeera-Journalisten Ismail Abu Omar und den Fotojournalisten Ahmad Matar in Rafah mit Drohnen angegriffen und schwer verletzt. Ersterer verlor bei dem Angriff sein Bein; seit dem 7. Oktober hat Israel mehr als 126 Journalist:innen getötet. „Es zeigt den persönlichen Preis, den Journalisten weiterhin jeden Tag zahlen, um Journalismus zu betreiben [und] Nachrichten über die Geschehnisse zu sammeln, die die Welt sehen kann“, sagte Sherif Mansour, der Koordinator des Komitees zum Schutz von Journalisten im Nahen Osten und in Nordafrika

  • Israelische Scharfschützen töteten 3 Personen im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis. Israelische Drohnen forderten die Menschen auf, das Nasser-Krankenhaus zu verlassen, aber Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtet, dass die Menschen, die dort Schutz suchen, Angst haben, das Krankenhaus zu verlassen, nachdem berichtet wurde, dass Menschen erschossen wurden. OCHA teilte auch einen Bericht des Gesundheitsministeriums in Gaza, wonach die Decken des Nasser-Krankenhauses durch nahe gelegene Explosionen und in die Notaufnahme eindringendes Abwasser beschädigt wurden. Laut einigen Berichten haben die israelischen Besatzungstruppen einen gefangenen palästinensischen Zivilisten in das Krankenhaus geschickt, um die Evakuierungsanordnung zu übermitteln – hinterher soll der Gefangene ermordet worden sein

  • Laut einem Bericht von Euro-Med Human Rights Monitor sagten kürzlich freigelassene palästinensischen Gefangene aus, dass die israelischen Besatzungstruppen eine Reihe von israelischen Zivilist:innen einlud, der Folter und unmenschlichen Behandlung beizuwohnen, die sie erleiden mussten: Die freigelassenen Gefangenen sagten gegenüber Euro-Med Monitor, dass israelischen Soldat:innen sie gezielt vor israelische Zivilist:innen gestellt hätten &mfälschlicherweise behaupteten, sie seien Kämpfer, die bewaffneten palästinensischen Gruppen angehören und an dem Angriff auf israelische Städte an der Grenze zum Gazastreifen am 7. Oktober beteiligt gewesen seien. Nach Aussagen von Euro-Med Monitor durften Gruppen von jeweils zehn bis zwanzig israelischen Zivilist:innenen palästinensische Gefangene und Häftlinge in ihrer Unterwäsche beobachten und lachend filmen, während israelische Armeesoldaten sie körperlich misshandelten, indem sie sie mit Metallstöcken, sie Elektroschocks aussetzten und ihnen heißes Wasser über den Kopf gossen. Die Gefangenen wurden auch verbal misshandelt.
  • Während die meisten Anzeichen auf ein Scheitern der Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Gazastreifen hindeuten, behauptet ein israelisches Nachrichtenmagazin etwas anderes. Die Freilassung der palästinensischen Gefangenen sei nach Angaben israelischer und US-amerikanischer Beamt:innen gegenüber dem israelischen Nachrichtensender Walla nun das „Hauptproblem“ bei der Fortsetzung der Waffenstillstandsverhandlungen.

Westjordanland – mehr als 7.000 Festnahmen

  • Die israelischen Besatzungstruppen haben seit dem 7. Oktober mehr als 7.000 Palästinenser:innen im besetzten Westjordanland festgenommen. Dies geht aus neuen Zahlen hervor, die von der palästinensischen Kommission für Angelegenheiten der Inhaftierten und der Palästinensischen Gesellschaft für Gefangene veröffentlicht wurden
  • Israelische Siedler verstärken im Schutz der Armee Gewalt gegen Palästinenser:innen. Mehr dazu hier: https://www.jungewelt.de/artikel/469303.menschenjagd-in-der-westbank.html

Libanon & Jemen

  • Heute kam es zu einer weiteren Eskalation zwischen Israel und dem Libanon. Die Hisbollah bombardierte Stellungen rund um die Stadt Safad im Norden, wobei eine israelische Soldatin getötet und sieben weitere verletzt wurden. Ziel der Bombardierung war das Hauptquartier des Nordkommandos der Armee. Israel bombardierte weitere Ziele im Libanon mit schwereren Waffen und kündigte an, dass die Reaktion noch nicht abgeschlossen sei.
  • Erneut haben amerikanische und britische Flugzeuge Angriffe auf den Jemen durchgeführt und zahlreiche Ziele bombardiert, wie dies fast täglich zu beobachten ist. Der Jemen gab heute bekannt, dass sie seit Beginn des Krieges gegen Gaza am 7. Oktober 2023 17 israelische, 14 amerikanische und 3 britische Schiffe angegriffen haben.

International – Südafrika bittet den IGH um weitere Interventionen

  • Ein Entwurf für ein US-Finanzierungsgesetz, das die Finanzierung des UNRWA verbietet und Israel 14,1 Mrd. USD zur Verfügung stellt, wurde vom US-Senat angenommen und wird nun im Kongress zur Abstimmung gestellt. Da es Teil eines größeren Auslandshilfe-Gesetzespakets ist, ist die Verabschiedung im Repräsentantenhaus unwahrscheinlich, da sich die Republikaner gegen die Ukraine-Hilfe und die mexikanischen Grenzfragen aussprechen.
  • Frankreich sanktioniert 28 israelische Siedler:innen wegen Gewalt gegen Palästinenser:innen im Westjordanland. Der französische Präsident Macron: „Ich habe in einem Telefonat mit dem israelischen Premierminister meine strikte Ablehnung einer Invasion in Rafah zum Ausdruck gebracht“
  • Südafrika hat nach dem Beginn der Angriffe auf Rafah den Internationalen Gerichtshof dringend um zusätzliche Interventionen gebeten, um die drohende israelische Invasion in Rafah zu verhindern
  • Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock besucht zum fünften Mal seit dem 7. Oktober Israel. Sie forderte eine Feuerpause statt der geplanten Bodenoffensive auf Rafah. Die Menschen in Rafah könnten sich nicht einfach in Luft auflösen, so Baerbock. Deutsche Waffenexporte nach Israel stoppte die Außenministerin dennoch nicht: In den Jahren 2020-2023 hat Israel Rüstungsgüter aus Deutschland im Wert von über 1 Milliarden Euro erhalten. Seit dem 7. Oktober hat Deutschland seine Rüstungsexporte nach Israel laut einem Bericht der Tagesschau verzehnfacht. 2022 betrug der Exportbetrag 32,3 Mio. Euro, knapp ein Jahr später liegt dieser Betrag bei 323,2 Mio. Euro.

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