Alltägliche Schikanen

Erneut nächtliche Massenverhaftungen, 66-jährige Palästinenserin verhaftet, Siedler zünden pal. Autos an & sprayen Aufrufe zur Vernichtung der Araber*innen, Zwangsenteignungen & Häuserzerstörungen in Jerusalem & Westjordanland gehen weiter

Verhaftungen: Letzte Nacht kam es erneut zu Massenverhaftungen. 13 Palästinenser, darunter die 28-jährige Tasneem Qadi, wurden durch ein enormes Aufgebot an Soldat*innen festgenommen. Die israelische Verhaftungskampagne beinhaltete auch Vandalismus & Übergriffe gegen weitere palästinensische Zivilist*innen im besetzten Westjordanland. Tagsüber wurde mit Nafisa Khwais (66) eine weitere Palästinenserin verhaftet. Es ist nicht ihre erste Festnahme — Anfang des Jahres verhaftete man sie, weil sie Süßigkeiten in der Al Aqsa-Moschee verteilte.

Siedlergewalt: Noch vor Sonnenaufgang steckten israelische Siedler im besetzten Nablus palästinensische Fahrzeuge in Brand & schrieben rassistische Parolen an Hauswände, in denen sie zur Ausrottung der Araber*innen aufriefen.

Vertreibung: Obwohl die 200 Bewohner*innen des historischen Dorfes Frasin anhand von Papieren nachweisen können, dass sie Eigentümer des Landes sind, droht ihnen nun die Vertreibung. Kürzlich stürmten israelische Besatzungstruppen das Dorf & gaben 36 Meldungen über Eigentums- & Hauszerstörungen heraus. Das Dorf ist ein archäologisches Gebiet, dessen Alter auf mehr als 200 Jahre geschätzt wird.

Die palästinensische Familie Sbeih im besetzten Jerusalemer Stadtteil Silwan wurde gestern von Israel gezwungen, ihr Haus unter dem Vorwand des unerlaubten Baus abzureißen. Im Jerusalemer Stadtteil Beit Janina wurde Mohammad Alloun ebenfalls dazu gezwungen, sein Haus zu zerstören.

Außerdem enteignete Israel nahe Bethlehem im Dorf Kisan 200 Dunam pal. Landes für “militärische Zwecke”. Kisan ist von 2 illegalen Siedlungen umgeben, an die es bereits über die Hälfte seiner Felder verloren hat. Gleichzeitig erlaubt Israel hier nicht den Aufbau einer grundlegenden Infrastruktur. Im besetzten Dorf Rantees zerstörte die Armee heute landwirtschaftliche Infrastruktur.
Friedensaktivist*innen blockierten den Eingang des Jüdischen Nationalfonds (JNF) aus Protest gegen die gerichtlich beschlossene Vertreibung der 18-köpfigen palästinensischen Familie Sumarin aus ihrem Haus in Silwan, Jerusalem, die derzeit für den 16. August angesetzt ist (s. Fotos). Seit seiner Gründung im Jahr 1901 (also noch vor Israels Staatsgründung) spielt der JNF eine zentrale Rolle bei der Vertreibung von Palästinenser*innen sowie der Verschleierung der Nakba durch Baumpflanzungen (dazu siehe auch unser weekly spotlight vom 26.07.2020).

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