Tair Kaminer and Tania Golan enter Tel Hashomer Military Base, Israel, 31.1.2016 Photographer: Oren Ziv, Activestills

“Wir übernehmen Verantwortung”: 60 Teenager verweigern den Dienst in der israelischen Armee

Dutzende israelischer Teenager*innen unterzeichnen einen öffentlichen Brief, in dem sie den obligatorischen Militärdienst wegen Israels Politik der “Apartheid, des Neoliberalismus & der Leugnung der Nakba” ablehnen.

60 israelische Teenager*innen veröffentlichten letzte Woche Dienstag einen offenen Brief, der an hochrangige israelische Beamte adressiert war. Darin erklärten sie ihre Weigerung, in der Armee zu dienen, aus Protest gegen deren Besatzungs- & Apartheidpolitik.

“… unsere Verweigerung ist ein Akt der Übernahme von Verantwortung für unsere Handlungen & deren Auswirkungen. Die Einberufung, genauso wie die Verweigerung, ist ein politischer Akt. Es ergibt keinen Sinn, dass wir, um gegen systemische Gewalt & Rassismus zu protestieren, zuerst Teil genau des Systems der Unterdrückung sein müssen, das wir kritisieren?”

Der öffentliche Verweigerungsbrief ist der erste seiner Art, der über die Besatzung von 1967 hinausgeht & sich auf die systematische Vertreibung der Palästinenser*innen im Jahr 1948 im Zuge der israelischen Staatsgründung (Nakba) bezieht:

“Man befiehlt uns, die blutbefleckte Militäruniform anzuziehen & das Vermächtnis der Nakba & der Besatzung zu bewahren. Die israelische Gesellschaft ist auf diesen verrotteten Wurzeln aufgebaut worden & das zeigt sich in allen Facetten des Lebens: im Rassismus, im hasserfüllten politischen Diskurs, in der Polizeibrutalität & mehr.”

Den vollständigen, sehr empfehlenswert zu lesenden Verweigerungsbrief findet ihr hier:

https://shministim.github.io/?lang=en

Mehr Hintergrundinfos zu den Teenager*innen hinter dem Brief & wie dieser zu Stande kam, findet ihr hier: