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4 Tote binnen 24 Stunden

Vier Palästinenser wurden bei verschiedenen Vorfällen im besetzten Westjordanland getötet, drei durch israelische Soldat:innen & einer durch einen Siedler während eines Pogroms von Israelis gegen palästinensische Dorfbewohner:innen in Huwara.

Angehörige trauern um den erst 19-järhigen Labib Dhamidi, der gestern während eines Pogroms von israelischen Siedlern getötet wurde. Huwara, besetztes Westjordanland, 06.10.2023. Foto mit freundlicher Genehmigung: Quds News

Zwei Palästinenser, Abd Al Rahman Atta & Hudhayfah Fares, wurden am gestrigen Donnerstagmorgen nahe des Dorfes Shufa in der Region Tulkarem getötet. Laut israelischer Besatzungsarmee sei es zu einem Schusswechsel gekommen, nachdem die Soldat:innen ein “verdächtiges Fahrzeug” entdeckt hätten & die beiden Männer auf einen Siedler geschossen hätten. Bei beiden handelt es sich um Mitglieder der Hamas.

Die Besatzer:innen verhinderten laut Augenzeugenberichten, dass medizinische Hilfe zum Tatort gelangte, & verschleppten anschließend die Leichen, als Teil einer israelischen Politik, die Leichen von Palästinensern zurückzuhalten, von denen angenommen wird, dass sie Angriffe auf Israelis und israelische Soldaten verübt haben. Von der Praxis betroffen sind auch von Soldat:innen getötete palästinensische Kinder & Frauen, die teilweise jahrelang nicht bestattet werden dürfen.

Als die Armee später in das Flüchtlingslager von Tulkarem eindrang, leisteten Palästinenser:innen & Widerstandsgruppen heftigen Widerstand, letztere beschossen die israelischen Invasoren mit einem Sprengsatz, wodurch fünf israelische Offiziere verletzt wurden, drei davon lebensgefährlich.

Am Donnerstagnachmittag schoss ein Palästinenser auf das Auto eines vorbeifahrenden Siedlers in Huwara. Niemand wurde verletzt. Das Dorf wurde anschließend von der israelischen Besatzungsarmee für Palästinenser:innen gesperrt. Die Armee tötete später den vermutlichen palästinensischen Schützen. Israelische Siedler drangen anschließend in das Dorf ein & errichteten ein Zelt auf der Hauptstraße — mindestens 500 Israelis rotteten sich in Huwara unter dem Schutz der Armee zusammen, um die Dorfbewohner:innen anzugreifen. Sie begannen ein Pogrom in dem abgeriegelten Dorf & töteten dabei den erst 19-jährigen Palästinenser Labib Dhamidi. Nach Angaben des Roten Halbmonds wurden 58 Menschen durch das Einatmen von Tränengas verletzt.

“Während ich jetzt zu Ihnen spreche, höre ich, wie die israelische Armee mit scharfer Munition schießt, während die Siedler Häuser mit Steinen angreifen. Die israelischen Streitkräfte haben auch Tränengas & Gummigeschosse eingesetzt, um jede palästinensische Reaktion auf die Aktionen der Siedler zu unterdrücken”, so Abdul Rahman Dhamidi, ein Aktivist aus Huwara, gegenüber Al Jazeera.

Siedler greifen das Dorf Huwara regelmäßig an, so auch im Februar 2023, als sie bei einem Amoklauf einen Palästinenser töteten & dutzende palästinensische Familienhäuser & Geschäfte niederbrannten & Hunderte Autos zerstörten. Ein israelischer General bezeichnete den Vorfall als Pogrom, aber Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich forderte später die Auslöschung von Huwara.

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