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12 Tote & eine Pogromwelle im Westjordanland

Wenige Stunden nach dem brachialen Einmarsch der israelischen Besatzungsarmee in Jenin, der 7 Palästinenser:innen, darunter zwei Kindern, das Leben kostete, töteten zwei Palästinenser vier israelische Siedler & wurden anschließend hingerichtet. Es folgte eine Nacht mit Pogromen israelischer Siedler gegen palästinensische Zivilist:innen in verschiedenen Teilen des Westjordanlandes, bei denen mindestens 34 Menschen verletzt wurden, Häuser angezündet wurden & 140 Autos abbrannten.

Bei der Invasion der israelischen Armee in Jenin am Montag wurden 7 Palästinenser:innen getötet, darunter ein Junge & ein Mädchen von 14 & 15 Jahren, & 91 weitere verletzt, 30 davon befinden sich weiterhin in einem kritischem Zustand. Wenige Stunden später eröffneten zwei Palästinenser nahe der illegalen Siedlung Eli das Feuer auf eine Gruppe israelischer Siedler & töteten vier von ihnen, darunter zwei Minderjährige, & verletzten vier weitere, von denen sich einer derzeit in einem kritischem Zustand befindet. Einer der beiden Angreifer wurde von einem bewaffneten Siedler auf der Stelle getötet, während der andere von der Besatzungsarmee in die palästinensische Stadt Tubas gejagt wurde. Videoaufnahmen zeigen, wie die Truppen den Mann in einem Auto erschossen, ohne zu versuchen, ihn festzunehmen. Die Videoaufnahmen widersprechen eindeutig den offizielle Erklärung der israelischen Behörden.

Später gab die Hamas bekannt, dass es sich bei den beiden um Mitglieder ihres bewaffneten Flügels handelt.

Die Siedlung Eli ist bekannt für ihre ultrakonservative vormilitärische orthodoxe Akademie & die von hier ausgehenden ständigen Angriffe auf die palästinensischen Olivenbauern im Dorf Qaryout. Palästinensische Aktivist:innen behaupten, dass einer der getöteten Siedler aktiv an den vergangenen Pogromen in Hauwara beteiligt war. Ob er gezielt oder zufällig getötet wurde, ist nicht klar.

In einer späteren Erklärung kündigte die israelische Armee an, sie werde das ihre Besatzung im Westjordanland mit mehreren zusätzlichen Bataillonen verstärken & beschloss, die nächtlichen Razzien & Verhaftungen zu intensivieren. Überfälle in Familienhäuser, bei denen unangekündigt Besatzungssoldat:innen in Wohnungen einfallen & diese durchwühlen & Einzelpersonen willkürlich verschleppen, sind Alltag im Westjordanland für die einheimische Bevölkerung. Außerdem kündigte Israel heute an, in der illegalen Siedlung Eli 1000 neue Wohneinheiten zu errichten.

In der vergangenen Nacht kam es letztlich zu Ausschreitungen & Pogromen von israelischen Siedlern gegen die einheimische palästinensische Zivilbevölkerung. Siedler zogen durch mehrere palästinensische Ortschaften im Westjordanland, griffen Zivilisten mit Gewehren & Steinen an, setzten Autos & Felder in Brand, zerstörten Häuser & terrorisierten die Bewohner:innen in einer grausamen Wiederholung der Angriffe, die seit dem letzten Jahr immer häufiger werden.

Palästinenser:innen in Luban Al Sharqiya, Huwara, Beit Furik, Burin & anderen Städten südlich von Nablus im nördlichen Westjordanland berichteten, dass Autoladungen von Siedlern am Dienstagabend durch die Dörfer fuhren, Steine warfen & Autos, Felder, Häuser & anderes Eigentum in Brand setzten. Allein im Gouvernement Nablus wurden 34 Palästinenser:innen verletzt & mindestens 140 Fahrzeuge, darunter ein Krankenwagen, in Brand gesetzt.

Nach Angaben der israelischen Polizei wurden 3 Israelis im Zusammenhang mit den Angriffen verhaftet.

In Luban Al Sharqiya, das in der Nähe der völkerrechtswidrigen Siedlung Eli liegt, griffen Siedler nach palästinensischen Angaben einen 12-jährigen Jungen an, der gerade mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, richteten eine Waffe auf ihn & verletzten ihn schwer.

In Huwara zündete ein Mob von Siedlern Autos an & beschädigte palästinensisches Eigentum. Nach Angaben der offiziellen palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa eröffneten einige von ihnen auch das Feuer auf Palästinenser:innen, was zu heftigen Zusammenstößen zwischen letzteren mit Soldaten führte, die den Siedler-Mob begleiteten.

Omar Ketin (27) wurde heute während des Siedler-Pogroms in Turmusaya getötet, Westjordanland, 21.06.2023

Auch am heutigen Mittwoch kam es zu Angriffen. Die Ortschaft Turmusaya wurde heute von mehr als 400 Siedler aus der illegalen Siedlung Shilo angegriffen. Ein Palästinenser, Omar Ketin (27), wurde bisher als getötet gemeldet. Da die Krankenwagen in weiten Teilen der Stadt von den Soldat:innen absichtlich behindert wurden, mussten die Bewohner:innen die Verwundeten mit ihren eigenen Fahrzeugen in medizinische Zentren bringen.

“Das ist Völkermord, das ist ein Krieg gegen uns. Siedler, die Waffen & Kanister voller Benzin mit sich führen, greifen unser kleines Dorf an und setzen Häuser in Brand.” – Lafi Adeeb, Bürgermeister von Turmusaya

In mehreren illegalen Siedlungen fanden Versammlungen & Proteste statt, bei denen israelische Beamt:innen & Politiker:innen weitere militärische Angriffe auf palästinensische Städte sowie einen aggressiveren Ausbau der völkerrechtswidrigen Siedlungen forderten. Gemäß Genfer Konvention stellen Siedlungen in illegal besetztem Gebiet ein Kriegsverbrechen dar.

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4 Tote binnen 24 Stunden

Vier Palästinenser wurden bei verschiedenen Vorfällen im besetzten Westjordanland getötet, drei durch israelische Soldat:innen & einer durch einen Siedler während eines Pogroms von Israelis gegen palästinensische Dorfbewohner:innen in Huwara.