100 Tote & 2 befreite Gefangene in Rafah

100 Tote & 2 befreite Gefangene in Rafah

Bild: EFE/EPA/HAITHAM IMAD via EFE.com

Der südlichste Punkt des abgeriegelten Gazastreifens, die überfüllten Stadt Rafah, wurde in der vergangenen Nacht starken israelischer Angriffen ausgesetzt, wobei nach Angaben der örtlichen Regierung in Gaza über 100 Zivilisten getötet wurden. Unter anderem wurden 14 Häuser & 3 Moscheen, in denen zahlreiche Menschen Schutz suchten, in Rafah getroffen. Aktuell suchen an der ägyptischen Grenze in Rafah 1,4 Mio Flüchtlinge Schutz, nachdem Israel die Menschen zuvor systematisch aus dem Norden in den Süden vertrieb & behauptete, dass das Rafah sicher sei.

Palästinenser:innen in der Region beschrieben die Nacht als „furchterregend“ & „als ob die Hölle losgebrochen wäre“. Auf unseren Social Media-Kanälen haben wir einige der kursierenden Videos aus Rafah veröffentlicht & das dortige Grauen gezeigt.

Trotz der Warnungen vieler führender Politiker:innen der Welt, u.a. der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Belgiens, vor einer Invasion in Rafah, haben der israelische Premierminister und der Führer der „demokratischen Opposition“, Gantz, ihre Absicht zur Invasion bekräftigt. Ägypten warnte erst gestern erneut: Die ägyptische Regierung will das Camp-David-Abkommen (Grundlage für den ägyptisch-israelischen Friedensvertrag von 1979) aussetzen, sollte Netanjahu seine Ankündigung umsetzen und in Rafah einmarschieren.


 
Die israelische Armee hat erstmals die Freilassung von zwei gefangenen Israelis im Gazastreifen bekannt gegeben. Die beiden wurden namentlich genannt und als in gutem Zustand befindlich bezeichnet. Die israelische Armee veröffentlichte später ein Video, das angeblich von der Operation stammt. Die palästinensische Seite hat es noch nicht kommentiert. Früher in der Nacht gab die Hamas bekannt, dass 2 weitere israelische Gefangene durch israelischen Beschuss getötet worden seien.

Während dessen gibt es positive Signale aus den Niederlanden: Oxfam Novib, die Friedensbewegung PAX Netherlands und The Rights Forum haben ein Eilverfahren gegen den niederländischen Staat eingeleitet. Sie wollen, dass der Staat die Ausfuhr von F-35-Teilen nach Israel verbietet. Das Gericht entschied zu ihren Gunsten und wies den Staat an, weitere Exporte von Teilen für diese Flugzeugbomber nach Israel zu stoppen. Das niederländische Gericht stellt fest, dass „ein eindeutiges Risiko schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“ durch Israel besteht und es „hinreichend plausibel“ ist, dass F35-Flugzeuge bei diesen Verstößen eingesetzt werden.
 
Über vier Bombardements im Dezember und im Januar in Rafah berichtete heute Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation beschuldigt Israels Armee rechtswidrig Häuser angegriffen und dabei etliche unschuldige Menschen getötet zu haben. Die Organisation habe keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass es sich bei den Gebäuden oder den Bewohner:innen darin um legitime militärische Ziele gehandelt habe. Alle vier Angriffe seien „wahrscheinlich direkte Angriffe“ auf Zivilist:innen und zivile Objekte gewesen. Sie müssten als Kriegsverbrechen untersucht werden, forderten die Menschenrechtler.

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